print logo

Brutto-Werbemarkt im 1. Quartal 2020 leicht im Minus

Werbeausgaben in Deutschland weisen ein leichtes Minus von 0,3 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum aus. Kino am stärksten betroffen von Corona-Krise.
Brutto-Werbemarkt im 1. Quartal 2020 leicht im Minus © Pixabay / Mabel Amber
 
Der deutsche Werbemarkt weist im 1. Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein leichtes Minus von -0,3 Prozent aus, wobei die Corona-Auswirkungen bereits deutlich im Monat März mit einem Minus von -5,9 Prozent zu erkennen sind. Das zeigt die aktuelle Bilanz zum Bruttowerbemarkt von Nielsen, einem weltweit führenden globalen Mess- und Datenanalyse-Unternehmen.. „Der Gesamtbruttowerbemarkt der von Nielsen im Rahmen des bereinigten Werbetrends beobachteten Medien beläuft sich für das erste Quartal 2020 auf insgesamt 8,1 Milliarden EUR Bruttowerbeausgaben. Die März-Daten zeigen teilweise bereits hohe Verluste bei den einzelnen Medien, wobei die Auswirkungen der Corona-Krise erst mit den Monatsdaten April deutlicher werden“, so Dirk Reinbothe, Director Marketing Effectiveness bei Nielsen.

Mit 3,7 Milliarden Euro Werbeausgaben bleibt Fernsehen das Leitmedium der deutschen Werbungtreibenden und weist für das 1. Quartal ein Plus von +2,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum aus, wobei im März bereits ein Rückgang von -1,1 Prozent zu verzeichnen ist. Am stärksten betroffen von der Corona-Krise sind die Pay-TV-Sender Sky mit einem Rückgang von -43,3 Prozent im März. Die öffentlich-rechtlichen sowie privaten TV-Sender weisen im März gegenüber Vorjahr noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent aus.

Online schließt die ersten drei Monate mit einem Plus von +7,5 Prozent und Werbeumsätzen von 0,9 Milliarden ab und ist im Medienvergleich im März definitiv der Gewinner der Corona-Krise mit einem Wachstum von +5,1 Prozent.

Mit Werbeumsätzen in Höhe von 0,51 Milliarden Euro konnten die Out-of-Home-Medien das 1. Quartal aufgrund der positiven ersten beiden Monate mit einem Plus von 2,7 Prozent abschließen. Im März verzeichnet Out-of-Home bereits ein leichtes Minus von -0,9 Prozent, die zu erwartenden rückläufigen Umsätze werden mit den April-Daten sicherlich deutlicher ausfallen.

Print verliert in den ersten drei Monaten gegenüber Vorjahr insgesamt -5,1 Prozent und schließt das 1. Quartal mit Werbeumsätzen von 1,79 Milliarden Euro ab. Publikumszeitschriften - mit insgesamt 0,72 Milliarden Euro brutto - verlieren nur -0,9 Prozent bedingt durch die statistische Monatszuordnung der einzelnen Print-Ausgaben  im Rahmen des bereinigten Nielsen Werbetrends zwecks Vergleichbarkeit der einzelnen Ausgaben zum Vorjahr. Betrachtet man die Entwicklung der aktuellen Ausgaben im April, verzeichnet die Mediengruppe Publikumszeitschriften ebenfalls deutliche Rückgänge bei den Werbeumsätzen. Zeitungen verlieren im Monat März -17 Prozent und schließen das 1. Quartal mit insgesamt 1,08 Milliarden Euro Bruttoumsätzen und einem Minus von -7,6 Prozent ab. Die regionalen Abo-Zeitungen sind am stärksten betroffen von der Corona-Krise mit einem Rückgang im März von -19,6 Prozent. Die Sonntagszeitungen (März -0,1 Prozent) sowie die überregionalen Zeitungen (März -4,9 Prozent) trotzen der Corona-Krise bedingt durch die Vielzahl neuer Print-Kampagnen der Werbetreibenden zum Thema Covid-19.

Die Mediengruppen Radio, Werbesendungen (Direct Mail) sowie Kino sind die Mediengruppen mit den größten Verlusten im 1. Quartal bedingt durch die rückläufigen Werbeumsätze im März im zweistelligen Prozentbereich.

Radio - mit zwei guten ersten Monaten in 2020 - weist einen Rückgang im 1. Quartal von -4,2 Prozent und Werbeumsätzen von 0,45 Milliarden Euro aus. Im März verliert Radio gegenüber dem Vorjahresmonat insgesamt -21,2 Prozent.

Die Mediengruppe Werbesendungen mit insgesamt 0,75 Milliarden Euro Bruttowerbeumsätzen verliert ebenfalls gegenüber Vorjahr im ersten Quartal -6,8 Prozent, wobei auch hier der Treiber für das Minus der starke Rückgang von -20,8 Prozent im Monat März ist.

Kino – nach einem sehr guten Jahr 2019 – ist durch die Corona-Krise am stärksten betroffen und verzeichnet im 1. Quartal den größten Rückgang  von -8,7 Prozent  und Werbeumsätzen in Höhe von 0,03 Milliarden Euro. Die Verluste im März liegen gegenüber März 2019 bei -24,1 Prozent.

Der mit Abstand größte Werbetreibende lautet erneut Procter & Gamble mit Werbeinvestitionen in Höhe von 0,26 Milliarden EUR im ersten Viertel des Jahres und einem Wachstum von 18,9 Prozent (März +14,5 Prozent). An zweiter Stelle platziert sich Ferrero ebenfalls mit einem zweistelligen Zuwachs von 16,3 Prozent (März +30,2 Prozent). Mit Lidl (+18,0 Prozent / März +5,0 Prozent), Rewe (+1,2 Prozent / März -14,9 Prozent), Edeka (+1,9 Prozent / März +8,7 Prozent) und Aldi Gesamt (-25,5 Prozent / März -28,7 Prozent) haben sich vier LEH unter den Top Werbereibenden platzieren können. L’Oreal HUP (-17,1 Prozent / März -31,3 Prozent) und Telekom Deutschland (-13,3 Prozent / März -32,8 Prozent) haben ihre Werbeausgaben in den ersten drei Monaten gegenüber Vorjahr reduziert. Amazon (+44,7 Prozent / März -34,7 Prozent) und Renault (+38,4 Prozent / März -5,9 Prozent) hingegen investierten mehr in den ersten drei Monaten in Werbung. 
 

Als Top-Branche - ohne Berücksichtigung der Medien- und Unternehmenswerbung - konnte sich trotz eines Rückgangs von -4,9 Prozent (März -18,1 Prozent) die Branche Lebensmitteleinzelhandel mit insgesamt 0,55 Milliarden Euro Bruttowerbeausgaben im ersten Quartal des Jahres behaupten. Unter den Top  Branchen platzieren sich auf den weiteren Plätzen die Branchen Arzneimittel (+4,6 Prozent / März +15,2 Prozent), Online-Dienstleistungen  (-5,3 Prozent / März -21,8 Prozent), PKW (-8,3 Prozent / März -22,0 Prozent), Möbel+Einrichtungen (-8,2 Prozent / März -30,5 Prozent), Süßwaren (+10,2 Prozent / März +9 Prozent), Lotterien/Lotto+Toto (-5,8 Prozent / März +2,3 Prozent) sowie Versicherungen mit einem zweistelligen Plus von 11,2 Prozent (März +27,2 Prozent).

Die Touristik-Branche ist durch die Corona-Krise sehr stark betroffen und verzeichnet starke Verluste bei den Werbeausgaben in den ersten drei Monaten. Die Branchen Reisegesellschaften und Fremdenverkehr schließen die ersten drei Monate mit einem Minus von nur -1,0 Prozent ab, wobei im März die Auswirkungen der Krise mit -33,5 Prozent sowie -32,7 Prozent deutlich werden. In der Branche Fluglinien/-touristik ist das Ausmaß bereits im gesamten 1. Quartal erkennbar. Die Bruttowerbeumsätze haben sich in diesem Bereich in den ersten drei Monaten um -36,8 Prozent sowie im Monat März um -68,8 Prozent reduziert. Im Bereich Hotels+Gastronomie wurden die Investitionen in Werbung ebenfalls erheblich reduziert mit -3,6 Prozent im 1. Quartal sowie im Monat März mit -16,1 Prozent.   

 
Anmerkung: Die von Nielsen erhobenen Bruttowerbedaten geben den Werbedruck wieder, den die Werbetreibenden für ihre Produkte und Services beim Konsumenten entfachen. Aus den Bruttowerbedaten lässt sich detailliert ablesen, welche Mediastrategie die Werbetreibenden verfolgen. Der Bruttowerbemarkt erhebt keinen Anspruch, die individuellen monetären Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern widerzuspiegeln, deren Konditionen naturgemäß von der Marktposition des Werbetreibenden bzw. der Agentur sowie der allgemeinen Nachfrage am Werbemarkt bestimmt wird. Diese individuellen Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern werden auch nicht öffentlich bekannt gegeben.

Erläuterung: Basis der bereinigten Vorjahreswerte bilden alle Werbeträger inklusive der natürlichen Abgänge/Einstellungen oder Launches auf dem Medienmarkt. Aktive Titel-Aufnahmen durch Nielsen bei bestehenden Werbeträgern sowie aktive Einstellungen der werbestatistischen Erfassung bei Weiterbestehen der Werbeträger auf dem Markt werden aus dem bereinigten Trend ausgeschlossen.


Weitere Informationen zum Nielsen Werbetrend finden Sie unter https://www.nielsen.com/de/de/top-ten/

 

Hinweis: Die Online-Werte sind als vorläufig zu betrachten und können sich aufgrund von Nachmeldungen rückwirkend ändern.