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Corona-Krise stärkt Bindung und Vertrauen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern

Sinnstiftung am Arbeitsplatz gewinnt an Bedeutung, Karriere wird unwichtiger.
Innofact AG | 22.05.2020
© freepik / ollyy
 

In Zeiten der Krise scheint sich der wahre Charakter von Menschen zu zeigen. Das gilt auch für Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Denn rund 65 Prozent der Arbeitnehmer sind in Coronazeiten zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Agentur Castenow in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT.

Dabei gründet sich die Zufriedenheit auf harte Fakten: Knapp 60 Prozent sind mit der internen Kommunikation zufrieden, die die Unternehmen jetzt in der Krise pflegen, 59 Prozent mit dem Krisenmanagement des Arbeitgebers insgesamt. Knapp 40 Prozent der 1.300 befragten Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich aktuell sogar stärker verbunden mit ihrem Arbeitgeber als vor der Krise. Es zeigt sich aber auch eindeutig: Unternehmen, die jetzt in der Krise im Umgang mit Ihren Mitarbeitern Fehler machen, verlieren dort in Bezug auf Vertrauen, Bindung und Motivation. Konkretes mitarbeiterbezogenes Verhalten und interne Kommunikation in der Krise sind somit zentrale Erfolgsfaktoren.

Überraschend wenig Angst vor Jobverlust

Dabei ist der Treiber der Verbundenheit nicht etwa die Angst vor dem Jobverlust, wie man annehmen könnte: Nur rund acht Prozent glauben, dass ihr Arbeitsplatz gefährdet ist, über 77 Prozent der Arbeitnehmer sehen ihren Job dagegen eher als sicher an, in größeren Konzernen liegt dieser Wert sogar bei über 85 Prozent.

Die neue Verbundenheit rührt daher eher aus einem neuen Zusammengehörigkeitsgefühl, die Krise zu managen. Für rund 58 Prozent aller Befragten hat das Wir-Gefühl durch die Krise an Bedeutung gewonnen. Und das eigene Handeln scheint in der Krise transparenter zu werden: Rund jeweils ein Drittel sagt sogar, dass der eigene Beitrag zum Unternehmenserfolg klarer geworden und dass sie in ihrer Arbeit einen größeren Sinn sehen als zuvor.

Sinnstiftung am Arbeitsplatz gewinnt an Bedeutung, Karriere wird unwichtiger

Schon vor Coronazeiten hatte das Thema Sinnhaftigkeit des Arbeitens an Bedeutung gewonnen. Die Krise könnte daher ein Katalysator sein, diese Dimension im Unternehmen weiter zu stärken. Dazu passt auch, dass durch die Corona-Krise für jeweils etwa zwei Drittel der Arbeitnehmer Menschlichkeit und Kommunikation an Bedeutung gewonnen haben. Karriere oder Aufstiegschancen verlieren dagegen im Werte-Set am stärksten.

Als ein Fazit der Studie kann gelten: Arbeitgeber sollten regelmäßig und motivierend sowie wertschätzend über dialogische Kanäle mit den Mitarbeitern kommunizieren. Das wünschen sich im Übrigen auch die Befragten zu knapp 47 Prozent ausdrücklich. Damit könnten die Chancen für diese Unternehmen steigen, aus der Krise gestärkt mit einer zuversichtlichen und loyalen Mannschaft hervorzugehen. Und ganz nebenbei: Zufriedene Mitarbeiter erzeugen auch zufriedene Kunden, die entscheidende Ressource für Unternehmen. Für Agentur-Chef Dieter Castenow ein Indiz dafür, dass Unternehmen die Pandemie nicht nur als Krise begreifen sollten – sondern als echte Chance: „Niemand spricht so überzeugend für eine Marke, wie die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Unternehmen, das in der Krise vermitteln und beweisen kann, für welche Werte es steht, kann sich später die Imagekommunikation sparen. Wenn sie was zu sagen haben, sagen sie es jetzt.“