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Ausblick für China verbessert sich deutlich

CEP-Indikator steigt auf 44,4 Punkte.
Ausblick für China verbessert sich deutlich © Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)
 

In der aktuellen September-Umfrage (07.09. – 16.09.2020) steigt der CEP-Indikator um 18,3 Punkte auf 44,4 Punkte. Dies ist mit Abstand der höchste Wert des Indikators seit Beginn der Umfrage Mitte 2013. Der CEP-Indikator, der auf Basis des China Economic Panel (CEP) in Kooperation mit der Fudan Universität, Shanghai, erhoben wird, gibt die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten für China auf Sicht von zwölf Monaten wieder.

Auch die Bewertung der aktuellen Konjunktursituation steigt sehr kräftig um 31,1 Punkte. Der Lageindikator liegt nun bei 1,9 Punkten und zeigt damit eine „normale“ Konjunkturlage. Ebenso verbessern sich die Punktprognosen für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in beachtlichem Ausmaß. Für das laufende Jahr wird nun ein BIP-Wachstum von 2,7 Prozent erwartet (im Vormonat lag dieser Wert bei 2,1 Prozent), und für 2021 steigt die Prognose von zuvor 4,3 Prozent auf nunmehr 5,7 Prozent.

China könnte Vor-Corona-Wachstum erreichen

„Entsprechend den Prognosen würde die chinesische Wirtschaft im nächsten Jahr wieder die Wachstumsraten wie vor der Corona-Krise erreichen“, kommentiert Dr. Michael Schröder, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“. Die Erwartungen steigen für alle Komponenten des BIP stark an, – das gilt für die Exporte ebenso wie für Konsum und private Investitionen. Und auch auf Ebene der Branchen sowie der wichtigsten Wirtschaftsregionen zeigen sich die Expertinnen und Experten optimistisch. Sie gehen also von einer nachhaltigen Wirtschaftserholung aus. Gleichwohl bleiben die Indikatorwerte für die Verschuldung im Inland und Ausland sehr hoch. „Zwar ist es der chinesischen Führung gelungen, die Konjunktur durch aktive Wirtschaftspolitik wieder anzuschieben. Doch hat die verbesserte Konjunktur ihren Preis – und zwar in Form einer deutlich höheren Verschuldung“, so Michael Schröder.