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Löhne steigen leicht

Randstad-ifo-Personalleiterbefragung: Deutsche Personalleiter erwarten leicht steigende Löhne im Jahr 2021.
Unterstützende Angebote für Mitarbeiter mit Kindern © ifo Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
 

Die Sonderfragen im vierten Quartal 2020 hatten die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitssituation zum Thema. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Entwicklung der Entlohnung sowie deren Bestandteile gelegt. Zusätzlich haben die teilnehmenden Unternehmen angegeben, ob und wie sie Familien mit Kindern bei der Sicherstellung der Betreuung unterstützt haben.

Trotz der schwierigen Situation, wurden 2020 Sonderzahlungen geleistet – per saldo gaben Firmen sogar an, höhere Sonderzahlungen geleistet zu haben als 2019. Im aktuellen Jahr sollen die Sonderzahlungen jedoch vermehrt gesenkt werden.

Während der Corona-Pandemie stehen und standen Familien vor der Herausforderung die Betreuung der Kinder sicherzustellen. Viele Unternehmen unterstützen Familien in dieser Situation. Insbesondere wurden Homeoffice-Möglichkeiten, entzerrte Arbeitszeiten und Sonderurlaub in Anspruch genommen.

Gehalt und Sonderzahlungen

Trotz der schwierigen Situation haben 79% der Unternehmen auch 2020 Sonderzahlungen geleistet. In 52% der Unternehmen, in denen Sonderzahlungen geleistet wurden, lag die Höhe der Sonderzahlungen auf dem Vorjahresniveau – 29% zahlten ihren Mitarbeitern mehr und 19% weniger als 2019. Die Planungen sehen für 2021 etwas seltener Sonderzahlungen vor (75%) und tendenziell soll die Höhe der Sonderzahlungen niedriger ausfallen als 2020. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass nur ein geringer Anteil der Personalleiter erwartet, dass die Löhne im Durchschnitt sinken werden. 41% der Befragungsteilnehmer haben angegeben, dass die Löhne 2021 konstant gehalten werden. 30% der Personalleiter erwarten eine Steigerung der Löhne um bis zu 2%. Die Entlohnung ungelernter Mitarbeiter soll den Angaben zufolge in nahezu jedem zweiten Unternehmen konstant bleiben. Fach- und Führungskräfte können häufiger mit einer Steigerung ihres Gehalts rechnen.

Unterstützungsangebote der Unternehmen für Familien

Familien standen während des Lockdowns vor besonderen Herausforderungen. Kinder konnten in vielen Fällen weder die Schule noch Betreuungseinrichtungen besuchen. Kindergärten und Kinderkrippen waren vielerorts auf eine Notbetreuung umgestellt. Insbesondere berufstätige Eltern standen aufgrund dessen vor großen Herausforderungen. Neben der Arbeitstätigkeit muss die Betreuung der Kinder sichergestellt werden. Zwar wurde die Anzahl der Kinderkrankentage verdoppelt, dies jedoch erst im aktuellen Jahr. Allerdings boten vielerorts auch Unternehmen ihren Beschäftigten mit Kindern verschiedene Möglichkeiten, beide Aufgaben erfüllen zu können. So zeigen die Befragungsergebnisse, dass jeweils 78% der Unternehmen die Arbeitszeiten entzerrt haben oder Homeoffice-Regelungen eingeführt haben. In zwei Drittel der Firmen werden diese Angebote auch wahrgenommen. Außerdem boten zwei Drittel der Unternehmen ihren Mitarbeitern mit Kindern die Möglichkeit, Sonderurlaub zu nehmen. Dieses Instrument nahmen Mitarbeiter in 43% der Unternehmen wahr. Die anderen abgefragten unterstützenden Maßnahmen für die Kinderbetreuung wurden deutlich seltener angeboten und noch seltener tatsächlich in Anspruch genommen. Die Vermittlung von Betreuungsplätzen, digitalen Betreuungsangeboten oder eine erweiterte Betreuung innerhalb des Unternehmens wurden von den Beschäftigten nur äußerst selten genutzt.

Zwischen den Wirtschaftsbereichen sind größtenteils nur kleinere Unterschiede in den unterstützenden Angeboten für Mitarbeiter mit Kindern zu erkennen. Die Größe des Unternehmens hat hingegen in vielen Fällen einen entscheidenden Einfluss auf das unterstützende Angebot. Entzerrte Arbeitszeiten werden in nahezu allen Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten angeboten und in einem Großteil der Unternehmen auch genutzt. Ähnliches gilt für Homeoffice-Regelungen – 97% der Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten bieten die Möglichkeit für das Arbeiten von zuhause an. Lediglich 3% der Unternehmen mit zumindest 500 Beschäftigten bieten aktuell kein Homeoffice an, planen dies aber zukünftig zu tun. Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten bieten am seltensten Homeoffice an (70%).

Sonderurlaub wird in kleinen Unternehmen in 37% der Unternehmen genutzt und in weiteren 25% ungenutzt angeboten. In vier von fünf großen Unternehmen besteht die Möglichkeit, Sonderurlaub zu nehmen – in zwei Drittel der Unternehmen wird dieses Angebot auch tatsächlich in Anspruch genommen. Erweiterte Betreuungsangebote im Unternehmen und die Vermittlung von Betreuungsplätzen werden zwar eher von kleinen Unternehmen angeboten, aber eher in den großen Unternehmen genutzt. 28% der Unternehmen haben die Betreuungsangebote vor Ort erweitert, allerdings wurde dieses Angebot nur in 3% der Unternehmen auch tatsächlich in Anspruch genommen. In Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten wurde das Betreuungsangebot nur in 19% der befragten Firmen erweitert – allerdings wurde dieses erweiterte Angebot auch in 9% der Unternehmen wahrgenommen.

Die Vermittlung von Betreuungsplätzen wird ebenfalls in kleinen Unternehmen häufiger angeboten als in großen. Und auch hier zeigt sich, dass das Angebot in großen Unternehmen jedoch häufiger in Anspruch genommen wird (16%) als in kleinen (1%).