print logo

Marketing-Budgets der deutschen Industrie steigen 2021 um 16 Prozent

Der größte Budget-Anteil fließt mit rund 27 Prozent nach wie vor in den Bereich „Messen und Events“.
Interne und externe Marketing-Budgets im Jahresvergleich Basis 2020: n=120; Basis 2021: n=102 © Bundesverband Industrie Kommunikation (bvik)
 

Der Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) hat die neue Entscheider-Studie „B2B-Marketing-Budgets“ vorgelegt. Demnach sind die Ausgaben für internes und externes Marketing 2021 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um rund 16 Prozent gestiegen. Wichtige Entwicklungen kommen aus der Marketing Automation.

„Der rasante Wandel, den wir seit Monaten erleben, spiegelt sich in den B2B-Marketing-Budgets wider. Interne und externe Budgets erholen sich, haben jedoch das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht.“ erläutert Ramona Kaden, Geschäftsführerin des bvik.

Ausgaben der B2B-Unternehmen

B2B-Unternehmen geben durchschnittlich 14 Prozent des Gesamt-Marketing-Etats für Online-Werbung, 13 Prozent für die eigene Homepage und 7 Prozent für die Präsenz in den Sozialen Netzwerken aus.

Der persönliche Kundenkontakt bleibt zentral

Der größte Budget-Anteil fließt mit rund 27 Prozent nach wie vor in den Bereich „Messen und Events“, ist jedoch im Vergleich zu 2018 um 10 Prozent gesunken – aus krisenbedingt nachvollziehbaren Gründen. Interessant ist in diesem Kontext aber, dass die befragten B2B-Marketer in 2021 fast die Hälfte dieser Messe-Budgets für die Umsetzung von reinen Präsenz-Veranstaltungen vor Ort auf nationalen und internationalen Leitmessen einsetzen bzw. eingeplant haben. Der persönliche Kundenkontakt bleibt im B2B-Umfeld nachweislich ein zentraler Faktor.

Im Schnitt betragen die Marketing-Ausgaben rund 0,5 Prozent des Gesamtumsatzes der Unternehmen. Um den globalen Wettbewerbsanforderungen und dem geänderten Kundenverhalten gewachsen zu sein, müssten die Investitionen steigen. Der Grund: Das Level des Digital-Know-hows im eigenen Team bewertet das Gros der Teilnehmer als zu niedrig, um die Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen zu können.

Fazit & Ausblick: B2B-Marken brauchen Nachhaltigkeit

„Die letzten sechs Jahre inklusive der Pandemiejahre nahm der Einsatz von Marketing-Automation-Systemen stark zu, sodass mittlerweile deutlich über ein Drittel aller Unternehmen damit arbeitet“, sagt Dr. Andreas Bauer, CMO, Xitaso GmbH und bvik-Vorstand. „Durchschnittlich wurden die Marketing-Abteilungen im Vergleich zum Vorjahr um eine Mitarbeiter-Stelle aufgestockt und die Marketing-Budgets haben sich zumindest im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Insgesamt beurteilen die meisten befragten B2B-Verantwortlichen die Erreichung ihrer Marketingziele als gut bis sehr gut.  Der Ausblick auf die Budgets 2022 lässt keine Kürzungen vermuten. Aber die Herausforderungen für Marketing, Kommunikation und Dienstleistung bleiben enorm. Denn oft zeigen Analytics nur einen Ausschnitt, nur einen Blickwinkel – aber nicht die großen Zusammenhänge der Marke, die gerade im B2B eine langfristige multikausale Betrachtung erfordern,“ gibt Bauer zu bedenken.

bvik-Studie liefert Stimmungsbild der Industrie

„Die bvik-Studie ist ein wichtiges Stimmungsbild von Industrieunternehmen ab 50 Mitarbeitern in Deutschland“, sagt Oliver Hübner, Director Marktforschung, Statista.

 „Wie bereits in den Vorjahren wurden die Daten so gewichtet, dass sie mit der Struktur des Unternehmensregisters vom Statistischen Bundesamt übereinstimmen.“