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Zu wenig selbständige Wissensarbeiter - Deutschland verschenkt Wachstum

Da die Wissensarbeiter:innen eine wichtige Rolle im Innovationsprozess einnehmen, verschenkt Deutschland Wachstumspotenzial.
Selbständige Wissensarbeiter 2018 © ifo Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
 

In Deutschland kommen auf 100 Beschäftigte nur rund 4 selbständige Wissensarbeiter:innen. Die Spitzenreiter sind Belgien (10), Südkorea (rund 10) und Italien (rund 9). „Da die Wissensarbeiter:innen eine wichtige Rolle im Innovationsprozess einnehmen, verschenkt Deutschland Wachstumspotenzial“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, einer der Autoren. Die Studie quantifiziert im Auftrag des Bundesverbands für selbständige Wissensarbeit die Wachstumsimpulse selbständiger Wissensarbeit.

Deutschland liegt etwa im Durchschnitt aller in der Studie betrachteten vertretenen Nationen. Untersucht wurden 31 Länder über einen Zeitraum von 1985 bis 2018. Seit 2010 hat die Zahl der selbständigen Wissensarbeiter:innen in Deutschland abgenommen, während sie im Spitzentrio zugenommen hat.

„Externe Wissensarbeiter bringen frische Erkenntnisse in die Unternehmen. Sie denken frei und außerhalb der etablierten Strukturen. Das bringt Unternehmen im Hinblick auf Ideenfindung und Innovationskraft voran“, erläutert Falck.

In der Studie wurde berechnet, wie stark der Anteil selbständiger Wissensarbeiter:innen mit dem Wirtschaftswachstum zusammenhängt. Das Ergebnis: Ließe sich der Anteil von Wissensarbeitern eines Landes um 0,24 Prozentpunkte (die durchschnittliche Abweichung bei den untersuchten Ländern) erhöhen, könnte dies das Wachstum um durchschnittlich 0,4 Prozentpunkte steigern. „Ein Aufschließen Deutschlands etwa zu Südkorea ginge mit einem Wachstumsimpuls von 0,96 Prozentpunkten einher – langfristig summiert sich das auf 243 Mrd. Euro“, sagt Falck.