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Blackout in der E.on-Netzzentrale

Eine Fehler zweier E.on-Mitarbeiter hat dazu geführt, dass am 4. November in Europa das Licht ausging.
marketing-BÖRSE | 16.11.2006
So steht es in dem Ermittlungsbericht, den der Energiekonzern E.on vorgelegt hat, berichtet die Welt. Technisch sei dagegen alles in Ordnung gewesen. Trotzdem bleiben weiter Fragen offen.
Nachdem eine Hochspannungs-Leitung für die Passage der "Norwegian Pearl" abgeschaltet wurde, gingen in Europa die Lichter aus

Berlin - In der so genannten Netzleitstelle waren nach Angaben von E.on am fraglichen Abend „hochqualifizierte Ingenieure mit jeweils über 15jähriger Betriebserfahrung in der aktuellen Funktion“ eingesetzt. Die beiden Angestellten überprüften zunächst mit einer Simulationsrechnung, was denn passieren würde, wenn die Leitung für die Passage der „Norwegian Pearl“ abgeschaltet würde. Ergebnis: Keine Probleme zu erwarten.

Geprüft wurde nicht, ob auch das so genannte „N-1-Kriterium“ erfüllt ist. N-1-Kriterium bedeutet: Eine Leitung oder ein Kraftwerk kann ausfallen – das Licht geht trotzdem nicht aus. Die Mitarbeiter verzichteten auf den rechnerischen Test, weil sie „aufgrund ihrer erfahrungsbedingten Einschätzung der Netzsituation von der Einhaltung des N-1-Kriteriums im System ausgingen“, so der Bericht.

Als die Leitung um 21.38 Uhr abgeschaltet wurde, unter der das Kreuzfahrtschiff „Norwegian Pearl“ durchfahren sollte, veränderten sich die Stromflüsse so, dass eine benachbarte Höchstspannungsleitung überlastet wurde. Diese Leitung verbindet Versorgungsgebiete von E.on und RWE. Der Belastungs-Grenzwert für diese Leitung kann laut einer E.on-internen Regelung um bis zu 25 Prozent überschritten werden. Doch funktioniert das nur, wenn an beiden Enden der Leitung entsprechende Schutzvorrichtungen aktiviert sind. Zwar war das bei E.on der Fall, aber nicht bei RWE – was die E.on-Mitarbeiter nicht wussten. Sie gingen davon aus, dass man gerüstet sei und das Netz auch eine Überbelastung aushalten werden ein Fehler.

Quelle und weitere Informationen unter:
http://www.welt.de/data/2006/11/15/1111954.html