print logo

08.05.2007 - 08.05.2007

Kommentar (z.B. Halle und Standnummer)
Karma Kapitalismus – Werte statt Preise
Keynote-Speaker: Prof. Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger 2006


In Hollywood tauschen die Stars ihre protzigen BMWs gegen Sprit sparende Hybrid-Autos. Al Gore dreht einen Film über den Klimawandel. Die amerikanische Vanity Fair widmete dem Phänomen jüngst sogar eine Titelstory: „The Green Issue“. Lidl will in den nächsten Jahren 20 Prozent seines Umsatzes mit Bio-Produkten machen. Öko ist plötzlich chic. Und es gibt sogar schon einen Namen für diese neue Zielgruppe: LOHAS – Lifestyle of Health and Sustainability. Aber statt des Bemühens um eine bessere Welt geht es dabei heute um Selbstverbesserung. Der diesjährige Friedensnobelpreis geht erstmals an einen Ökonomen. Muhammad Yunus leitet die Grameen-Bank in Bangladesch, die Mikro-Kredite an die Ärmsten der Armen vergibt und damit einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Armut in Ländern der Dritten Welt leistet.

Aber das ist nur die Spitze des Eisberges. Still und leise kündigt sich derzeit ein gewaltiger Umbruch an. Es lässt sich ein massiver Wertewandel bei Konsumenten und Entscheidern in Unternehmen beobachten. Das Verständnis setzt sich durch, dass langfristig nur Erfolg haben kann, wer nicht permanent verbrannte Erde hinterlässt. Die Stakeholder gewinnen wieder an Einfluss und rütteln an der Dominanz der reinen Orientierung am Shareholder Value. Was wirklich neu ist: Unternehmen übernehmen soziale und ökologische Aufgaben nicht mehr allein, um positive Schlagzeilen zu machen und ihr eigenes Image zu verbessern wie es das Konzept von Corporate Social Responsibility vorsieht. Vielmehr erschließen sich Unternehmen darüber systematisch neue Geschäftsfelder und entwickeln Marktlösungen für gesellschaftliche Probleme. Sie übernehmen damit in wachsendem Maße Aufgaben, die Staat und Politik nicht mehr lösen können. Corporate Social Opportunities werden zu einem wichtigen neuen Geschäftsfeld.

Dieser Wertewandel zeigt sich z.B. in der Literatur. In den 1980er Jahren war das Buch „Die Kunst der Kriegsführung“ des chinesischen Generals Sun Tsu aus dem Jahre 500 vor Christus die absolute Nummer 1 der Management-Lektüre. Darin ging es darum, seinen Gegner möglichst erfolgreich zu vernichten und die Disziplin der eigenen Truppen zu stärken. Heute tritt indische Hindu-Philosophie an dessen Stelle. Im Glauben an die permanente Wiedergeburt ist es die Aufgabe jedes einzelnen Gutes zu tun. Denn schließlich fällt jedes Handeln irgendwann wieder auf einen zurück. Davon lassen sich wichtige Gedanken übertragen. Wer sich also um ein gutes Karma bemüht, investiert in seine eigene Zukunft. Das zeigt sich derzeit auch an den renommiertesten internationalen Business-Schools. Wie kaum eine andere Ethnie prägen Inder hier die Ausbildung der zukünftigen Management-Elite. Professoren indischer Abstammung wie Vijay Govindarajan oder Ram Charan beraten Fortune-500 Unternehmen und CEOs und lehren an Top-Business-Schools wie Harvard oder Dartmouth. Sie greifen den Gedanken des guten Karmas auf: „Put purpose before self.“

Der Gedanke, Gutes zu tun, ist zudem die wichtigste Antwort auf die aktuellen Veränderungen. Aufgrund von Spezialisierung und Outsourcing sind die meisten Unternehmen heute sehr eng miteinander verbunden und voneinander abhängig. Auch die Research- und Development-Abteilungen der Unternehmen sind über Innovationsnetzwerke viel stärker miteinander verzahnt als früher. Darüber hinaus werden die Konsumenten zunehmend zu Mitproduzenten, die an der Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen beteiligt sind. In solch einem Umfeld kann jedes schlechtes Verhalten in der Gegenwart zu einem Stolperstrick in der Zukunft werden. Unternehmen, die in der Netzwerkökonomie groß geworden sind, wählen einen ganz anderen Ansatz. Am deutlichsten ist hier die Mission von Google: „Don´t be evil.“

Wer heute nach besten Wissen und Gewissen Gutes tut, kann darauf hoffen, dass das Glück auch zukünftig auf seiner Seite ist.

Veranstaltungsdatum: Di, 8. Mai 2007
Veranstaltungsort: Hamburg, Curio-Haus
Beginn der Veranstaltung: 9:00 - 18:00
Abendveranstaltung: Ab 21:00 Trendtagparty

Frühbucherpreis bis 17.April 2007: 700.- Euro zzgl. MwSt.

Regulärpreis ab 18. April 2007: 850,- Euro zzgl. MwSt.


Weitere Informationen und Anmeldung:

Katharina Bulla
Tel: +49 (0) 40 - 36 97 78 63
Fax: +49 (0) 40 - 36 97 78 10
Mail: k.bulla@trendbuero.de

Weitere Informationen unter:
http://www.trendbuero.com