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Notwehr gegen unfaire Attacken in der Verhandlung

Wenn es nicht mehr anders geht
Hans Fischer | 23.11.2016

Notwehr gegen unfaire Attacken
Wenn es nicht mehr anders geht
In manchen Verhandlungen kann die Situation eskalieren und das Klima sich dramatisch vergiften. Einige Verhandlungsteilnehmer packen dann die schweren Geschütze aus, um Sie mit unfairen, polemischen Attacken gezielt an die Wand zu drücken. Andere greifen zu unsauberen Mitteln, weil sie sich als harte Gesellen in einer Verhandlung profilieren wollen (vor dem anwesenden Chef). Manche sind einfach auch nur unbeherrscht oder flegelhaft.

Man muss den Punkt kennen, bis zu dem man zurückweichen kann.“ Ernst Jünger

Mit der beabsichtigten moderaten Art kommen Sie auf einmal nicht mehr weiter. Auch dafür gibt es eben Grenzen! In diesen Grenzsituationen beweisen Sie als Verhandlungsteilnehmer, dass Sie sich nicht von unfairen Methoden einschüchtern lassen, sondern mit Schlagfertigkeit und Wortwitz dagegen halten können.

Angriff: Unsachliche, polemische Argumente.
Antwort: „Gratuliere! Dafür, dass Sie keine Argumente haben, besitzen Sie wenigsten Mut!“

Angriff: Unsachliche und langatmige Argumente.
Antwort: „Ich möchte Ihnen helfen. Sagen Sie doch ganz einfach was Sie denken. Ich helfe Ihnen dann bei der Formulierung.“

Angriff: Unsachlichkeit, Beleidigung.
Antwort: „Es fällt mir nicht leicht, Ihr Niveau einzuschätzen!“

Angriff: Ständig ins Wort fallen.
Antwort: „Versuchen Sie doch ganz einfach mal zuzuhören. Auch wenn es Ihnen bestimmt nicht leicht fällt.“

Angriff: Unsachlichkeit, Rechthaberei.
Antwort: „Sie nehmen die Realität offensichtlich nur unvollständig wahr!“

Angriff: Unsachlichkeit, Polemik.
Antwort: „Ich habe den Verdacht, dass ich der einzige bin, der geduldig versucht, Sie zu verstehen!“

Angriff: Ausschweifende Argumentation.
Antwort: „Ihre Argumentation ist so verallgemeinernd und nichtssagend, dass ich nicht einmal erkennen kann, ob sie falsch ist!“

Angriff: Rechthaberei, übertriebene Dominanz.
Antwort: „Der Wahrheitsgehalt Ihrer Aussage wird leider auch durch permanente Widerholungen nicht höher.“

Angriff: Unsachliche, unglaubwürdige Argumente.
Antwort: „Ihre Argumentation lässt erkennen, dass Sie selbst nicht davon überzeugt sind. Warum sollte ich es denn sein?“

Angriff: Persönlich werden, verletzend.
Antwort: „Bevor ich auf Ihre Aussage eingehe: Könnte es sein, dass Sie heute einen schlechten Tag haben?“

Angriff: Unsachlichkeit
Antwort: „Ihre Argumente zeigen mir, dass auch logische Dinge nicht von jedem verstanden werden.“

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