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Die Gerüchteküche brodelt: Was gibt es auf der Facebook F8-Konferenz 2017 zu sehen?

Der Experte Jan Brockmann von der Duisburger Performance-Marketing-Agentur metapeople hat sich umgehört und erwartet fünf wesentliche Trends.
metapeople GmbH | 17.04.2017
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1. Virtual Reality (VR): Einiges deutet darauf hin, dass Social VR das bestimmende Thema der diesjährigen F8 sein wird. Diverse Slots beschäftigen sich mit dem Aufbau und der Positionierung von plattformübergreifendem und einnehmendem VR-Content. Bei dem werden nicht nur einzelne Momente, sondern ganze Erfahrungen und Abenteuer mit Freunden in der virtuellen Welt geteilt. So wie in letzter Zeit Live-Videos sehr stark bei Facebook gepusht wurden, könnte es nun einen ähnlichen Effekt bei 360-Grad-Videos und sozialem VR-Content geben. Dieser wird nach unserer Prognose in Zukunft eine wichtige Rolle innerhalb des Social Networks und somit auch für Werbetreibende bekommen. Außerdem bietet es sich für Facebook an, eine kleine, leichte und einfach zu bedienende 360-Grad-Kamera, die für diverse Anwendungsbereiche geeignet ist, selbst auf den Markt zu bringen. Denn das würde eine optimale Experience und Verzahnung mit Facebook und Instagram gewährleisten.

2. Hardware: Erstmals ist wohl auf einer F8 mit einer umfangreichen Hardware-Präsentation zu rechnen. Facebook unterhält seit geraumer Zeit umfangreiche Hardware-Labs unter dem Codenamen „AREA 404" und entwickelt mit einer „geheimen" Abteilung namens „Building 8" an innovativen Hardware-Lösungen. Von einer VR-Kamera über eine eigene Drohne bis hin zum Gehirnscanner und einer 360°-Kamera soll dort alles dabei sein und könnte auf der F8 erstmals öffentlich gezeigt werden. In der Vergangenheit hat Facebook bereits eine Drohne entwickelt, um abgelegene Regionen mit Internetzugang zu versorgen. Weitere Drohnen, beispielsweise auch für 360-Grad-Video-Übertragungen direkt als Facebook Live-Video sind denkbar. Welche Hardware uns genau erwartet, wird wohl bis zum Start der Konferenz eine Überraschung bleiben.

3. Messaging/Bots: Wahrscheinlich wird Facebook auf der F8 Group Messaging Bots einführen, die im ersten Schritt primär als Informationskanal genutzt werden können. Für die Messaging Plattform ist damit zu rechnen, dass Bots künftig direkt mit M – dem virtuellen Assistenten von Facebook – Informationen austauschen. Bisher können die Software-Roboter, die im letzten Jahr das bestimmende F8-Thema waren, nur in der 1:1 Kommunikation eingesetzt werden. Group Messaging Bots können dagegen in Gruppenchats verwendet werden und dort Informationen für alle Mitglieder liefern. Abgesehen davon werden Bots in Gruppen dabei helfen, die Verbreitung dieser Technologie einfacher zu machen. Beliebige Teilnehmer einer Gruppe können dann einen Bot hinzufügen, der dann auch für die anderen Mitglieder interessant ist und Verbreitung findet.

4. Virtuelle Assistenten: Facebook M ist schon seit 2015 im Markt, hat bisher jedoch noch nicht den Durchbruch geschafft. Aber erst vor wenigen Tagen wurde er in den USA mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet und neu gelauncht. Der Austausch mit den Bots auf der Messaging Plattform könnte zum Beispiel dafür sorgen, dass Zahlungsdaten nicht erneut eingegeben werden müssen und so dem Anwender das Leben erleichtern. Außerdem kann M womöglich die Bots direkt ansprechen und mit Aufgaben „beauftragen". Microsoft hat vor einiger Zeit so etwas schon als Demo für Cortana gezeigt. Facebook muss sich also anstrengen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

5. Kampf gegen Fake-News: Falsch-Nachrichten sind nicht nur in den USA immer noch ein großes Thema auf der Plattform. Die aktuellen Initiativen von Facebook Fake-News zu identifizieren und zu bekämpfen, greifen noch nicht wirklich und gehen auch noch nicht weit genug. Es bleibt zu bezweifeln, ob es dauerhaft sinnvoll ist, einen auf einer manuellen Prüfung durch Menschen basierenden Prozess gegen die üblen Gerüchte zu verwenden. Denn dieser kann gegen die vollautomatisierte Fake-News-Verbreitung nur verlieren. Es wäre deshalb wünschenswert, dass Facebook auf der F8 auch etwas dazu erklärt, wie möglichweise in Zukunft Algorithmen das Problem automatisiert angehen oder sogar lösen. Wir sind gespannt.
Wie dem auch sei: Nach Ostern wissen wir mehr!

Über den Autor:
Jan Brockmann ist seit August 2016 als Geschäftsführer der metapeople GmbH u.a. für das Paid Media Geschäft sowie Software Development verantwortlich. Seinen Einstieg bei metapeople hatte er bereits 2008. Jan Brockmann startete als Account Manager und übernahm unter anderem Key Accounts im Bereich Travel, bevor er den Bereich SEA (Retail & Travel) bei metapeople leitete. Im April 2014 übernahm er die Aufgaben des Director of Operations und somit auch die Management-Verantwortung der Abteilung Development zusätzlich zum SEA Bereich. Im März 2016 kamen dann Social und Display & Programmatic hinzu. Der Diplom-Informationswissenschaftler studierte an der FH Köln, bevor er beim Buchhändler Thalia in den E-Commerce einstieg. Sein großes Interesse für Online Marketing konnte er danach bei metapeople erweitern und vertiefen.