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HR-Future-Studie zeigt: Viele HR-Abteilungen verkennen die Notwendigkeit der Digitalisierung

Digitalisierte HR-Prozesse
aconso | 24.11.2020

Digitale HR-Prozesse werden immer wichtiger. Doch in vielen Köpfen ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen. Das zeigt die HR-Future-Studie der Hochschule Niederrhein Mönchengladbach in Kooperation mit aconso. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, darf die Digitalisierung der HR-Abteilung nicht länger vernachlässigen. Ein Kommentar von Ulrich Jänicke, CEO aconso.

Während Unternehmen in vielen Bereichen mit ihrer Digitalisierung voranschreiten, hinkt die Personalabteilung häufig noch hinterher. Dabei sind gerade hier digitale und automatisierte Prozesse künftig unverzichtbar. Denn das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind und bleiben seine Mitarbeiter. Es ist Aufgabe der Personalabteilung, qualifizierte Fachkräfte zu finden, sie im Unternehmen zu halten und weiterzuentwickeln, damit sie den Anforderungen der sich verändernden Arbeitswelt gewachsen sind. Dabei muss die HR-Abteilung eine digitale Unternehmenskultur fördern und mit gutem Beispiel voranschreiten.

Digitalisierung ist noch nicht in den Köpfen angekommen

Die Notwendigkeit, HR-Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren, ist allerdings bei vielen Unternehmen noch nicht angekommen. Das zeigt die HR-Future-Studie der Hochschule Niederrhein Mönchengladbach. Die Online-Umfrage unter HR-Experten in Deutschland kam zu dem Ergebnis: 40,9 Prozent der Befragten erachten eine Vollautomatisierung von administrativen Personalprozessen nicht als sinnvoll. Nur etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer (50,5 Prozent) befürwortet vollautomatisierte HR-Prozesse.

Ähnlich zwiegespalten sieht es beim aktuellen Status der Digitalisierung aus: 49,5 Prozent der Befragten haben bereits automatisierte administrative Personalprozesse umgesetzt, 50,5 Prozent noch nicht. Am häufigsten sind bisher die Arbeitszeiterfassung, die Urlaubsbeantragung und die papierlose Entgeltabrechnung automatisiert. Es wäre jedoch noch sehr viel mehr möglich. So lässt sich zum Beispiel mit einer automatisierten Zeugnisgenerierung, einer automatisierten Vertragserstellung und automatisierten Onboarding-Prozessen viel Zeit und Aufwand sparen. Digitalisierung lohnt sich überall da, wo man die Effizienz steigern und Mitarbeitern das Leben erleichtern kann. Nicht zuletzt erhöhen schnelle, komfortable Personalabläufe die Mitarbeiterzufriedenheit und fördern ein positives Arbeitgeber-Image.

Angst vor Veränderung

Häufig ist die Skepsis gegenüber der Digitalisierung mit Angst vor Veränderung verbunden. Wenn Software und künstliche Intelligenz regelbasierte Aufgaben übernehmen, bedeutet das jedoch nicht, dass menschliche Mitarbeiter überflüssig werden. Vielmehr verändert sich die Rolle der Personalabteilung. Sie darf sich nicht länger als Verwaltungsapparat verstehen, sondern muss aktiv zum Unternehmenserfolg beitragen. Dazu gehört, wirksame Strategien für das Recruiting und die Mitarbeiterbindung zu entwickeln und die Belegschaft passgenau weiter zu qualifizieren. Außerdem kommen durch die Digitalisierung neue Aufgaben hinzu, etwa im Bereich Data Analytics. So können HR-Manager zum Beispiel mithilfe von Datenanalysen die Kündigungswahrscheinlichkeit eines Mitarbeiters vorhersehen oder die Zusammensetzung von Teams optimieren. Um ihren neuen Herausforderungen gerecht zu werden, brauchen Personaler zunehmend digitale Kompetenzen. Jeder Einzelne ist gefragt, sich aktiv weiterzuentwickeln.

Es gilt, keine Zeit zu verlieren

Die meisten der in der HR-Future-Studie befragten HR-Experten sind der Ansicht, dass vollautomatisierte Personalprozesse erst in drei bis vier Jahren in ihrem Unternehmen relevant sein werden. Ein Fünftel rechnet sogar erst in fünf bis zehn Jahre damit. Doch wer zu lange zögert, vergibt wertvolle Chancen. Denn die Vorteile der Digitalisierung im Personalwesen liegen auf der Hand. Sie bringt nicht nur Zeit- und Kostenersparnis, sondern versetzt HR-Manager in die Lage, ihrer neuen Rolle als strategischer Partner der Geschäftsleitung gerecht zu werden. Das wiederum ist die Voraussetzung, um im „War for Talents“ zu bestehen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Den vollständigen Studien-Report können Sie hier kostenfrei herunterladen: https://www.aconso.com/studie-hr-future/