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Versicherungen verschlafen Digitalisierung

23 Prozent verweigern sich Facebook. Mobil-Erreichbarkeit steigt von 52 auf 70 Prozent. AXA auf der Überholspur.
Absolit Consulting | 07.06.2016

Online-Aktivität der führenden Versicherungen inkl. der Platzierung im Vorjahr.

Glaubt man der aktuellen absolit-Studie „Versicherungen Online“, dann verkennen deutsche Versicherungen die Bedeutung des Vertriebskanals Internet. Bei über der Hälfte hat die Online-Aktivität gegenüber 2015 nachgelassen. Eine Kurzversion gibt es unter Versicherungs-Studie.de

Jährlich nimmt absolit die Online-Aktivitäten von Versicherungen unter die Lupe. „Bei der Suche nach einer Versicherung nutzen Verbraucher selbstverständlich das Internet. Unverständlich ist daher das Ausmaß, in dem die Assekuranz den Kopf in den Sand steckt, anstatt mehr Informationen online anzubieten“ kritisiert Studienleiter Torsten Schwarz. „Selbst Direktversicherer schöpfen nur wenige Möglichkeiten der Neukundengewinnung aus“.

Absolit analysierte 40 Versicherungen auf 24 Kriterien wie Websitebesucher, Suchmaschinenpräsenz oder Social-Media-Aktivität. Registrierten die 40 online-aktivsten deutschen Versicherungen 2015 in Summe noch 72 Mio. Besuche auf ihren Webseiten, so waren es 2016 schon 112 Millionen. Trotzdem bieten noch immer 22,5 Prozent nicht an, eine Anfrage auch über Facebook zu stellen. Das Portal hat inzwischen 26 Millionen Nutzer in Deutschland. Gegenüber 2015 hat sich die Situation jedoch verbessert – damals waren noch 35 Prozent ohne Facebook-Anschluss. Kleine Versicherungen wie VGH und Mannheimer nutzen Facebook sehr intensiv zur Pflege der Kundenbeziehungen. Ein Drittel der Fans sind hier aktiv – bei großen Versicherungen liegt der Anteil eher bei 3-4 Prozent. Als „schwer nachvollziehbar zu einer Zeit, in der jeder von Digitalisierung redet“ sieht Schwarz die Entscheidung von Münchner Verein, eine bestehende Facebook-Seite wieder stillzulegen.

Die zwei wichtigsten Wege, die neue Interessenten auf die eigene Webseite führen, sind nach wie vor Suchmaschinen (44 Prozent) und klassische Werbung (38 Prozent). Eine Versicherung ist im Schnitt mit 7000 unterschiedlichen Suchbegriffen (Medianwert) in den Top-Positionen von Suchmaschinen. Die besten jedoch – R+V, HUK-Coburg und Allianz – stehen mit 27.400 Suchworten bei Google vorne. Das ist wichtig, weil die Suchmaschine damit Besucher liefert, die ein konkretes Produktinteresse haben. Die Studie zeigt, mit welchen konkreten Suchworten die 40 Versicherungen jeweils auf den vorderen Plätzen der Suchergebnisse stehen. Überraschend war, dass bis auf CosmosDirekt, Ergo Direkt und HUK24 die Direktversicherer in Suchmaschinen wenig präsent sind.

Die stärksten positiven Veränderungen der Online-Aktivitäten konnten bei VGH, AachenMünchener, Debeka, Nürnberger und AXA gemessen werden. AXA rückte damit auch erstmals in die Top10-Riege der online-aktivsten Versicherungen vor. Hauptursachen sind 29 Prozent mehr Suchworte, 24 Prozent verbesserte Sichtbarkeit in Suchmaschinen und eine Verdreifachung der Social-Media-Aktivitäten. Eine kostenlose Kurzversion der Studie gibt es unter Versicherungs-Studie.de.

Analysiert wurden die 40 online-aktivsten deutschen Versicherungen: AachenMünchener, Allianz, Alte Leipziger, ARAG, Asstel, AXA, Barmenia, Basler, BGV, Continentale, CosmosDirekt, DA Direkt, Debeka, DEVK, ERGO, ERGO Direkt, Generali, Gothaer, Hannoversche, HanseMerkur, HDI, Helvetia, HUK24, HUK-Coburg, LVM, Mannheimer Versicherung, Münchener Verein, Nürnberger, Provinzial Nord, Provinzial Rheinland, R+V, Signal Iduna, Stuttgarter, SV Sparkassenversicherung, VGH, VHV, VKB, WGV, Württembergische, Zurich

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