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Nachhaltigkeit und Design im Fokus: Bundespreis Ecodesign

Die Gewinner des Bundespreises Ecodesign 2023 geben inspirierende Einblicke in eine nachhaltige gestalterische Zukunft.
marketing-BÖRSE | 22.01.2024
Gruppenbild der Preisverleihung 2023 © IDZ / Sandra Kühnapfel
 

Die Produktion, Nutzung und Entsorgung von Produkten beansprucht zwangsläufig natürliche Ressourcen und verursacht Umweltbelastungen. Die zentrale Frage lautet daher: Welche Produkte oder welche Produktgestaltung minimieren Umweltauswirkungen? Ein zentrales Anliegen des Ecodesigns besteht darin, Produkte, Dienstleistungen und Systeme so zu konzipieren, dass ihre negativen Umweltauswirkungen während ihres gesamten Lebenszyklus möglichst gering sind.

Wie die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung gestalterischer Gesichtspunkte gelingen kann, zeigen beispielhaft die Preisträgerinnen und Preisträger des Bundespreises Ecodesign 2023. Im Dezember 2023 wurden zwölf Projekte mit der begehrten Auszeichnung geehrt.

Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt loben den Bundespreis Ecodesign seit 2012 jährlich gemeinsam mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin aus. Der Wettbewerb zeichnet in den vier Kategorien Produkt, Service, Konzept und Nachwuchs herausragende Arbeiten aus, die aus Umwelt- und Designsicht überzeugen. Er richtet sich an Unternehmen aller Größen und verschiedenster Branchen sowie Studierende in ganz Europa.

Innovationsgehalt, Gestaltungsqualität und Umwelteigenschaften stehen bei der Bewertung im Vordergrund. Auch Auswirkungen auf die Alltagskultur und das Verbraucherverhalten werden berücksichtigt. Dabei findet der gesamte Produktlebenszyklus von den Vorstufen der Produktion, über Fertigung, Distribution und Nutzung bis hin zum „End of Life“ Beachtung. Die Kriterienmatrix des Bundespreises Ecodesign sowie das Ecodesignkit des Umweltbundesamtes bieten den Bewerberinnen und Bewerbern Orientierung dabei, welche ökologischen Aspekte im Gestaltungsprozess mitgedacht werden können.

Der Wettbewerb wird am 22. Januar 2024 erneut europaweit ausgeschrieben.

Der Bundespreis Ecodesign ging an folgende Projekte:


Kategorie Nachwuchs

 

> Layers of Value

Virginia Reil (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Sachsen-Anhalt)

„Layers of Value“ ist eine neue Methode zur Verwertung von textilen Industrieabfällen. Stoffreste werden in Schichten kombiniert und beispielsweise durch Stickerei verbunden. So entstehen limitierte Editionen, die im Interieur und in der Mode Anwendung finden.


 

> Product Design of Resource Scarcity

Raphael Jung & Jan Sagasser (Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg)

Der Gestaltungsleitfaden für die Herstellung von Consumer Electronics berücksichtigt neben den industriellen Aspekten auch das Nutzungsverhalten. So wird aufzeigt, wie Gestaltung zu einem bewussteren Umgang mit Produkten, deren Wertschätzung und Reparatur führen kann.

 

> Wrap it up

Lukas Henneberger (Universität der Künste Berlin)

„Wrap it up“ ist eine wiederverwendbare Alternative für Einweg-PE-Stretchfolien und Multimaterial-Fallschutzvorrichtungen für Rollwägen. Die aus hundert Prozent TPU hergestellte Folie stabilisiert Rollcontainer und hält das Lagergut an seinem Platz.

 

Kategorie Konzept

 

> GOLD – Textilien aus Kollagen

WINT Design Lab (Firmensitz: Berlin)

Das Forschungsprojekt „GOLD“ untersucht die Goldschlägerhaut, ein Gewebetyp im Magen der Kuh, um ein kreislauffähiges, bio-basiertes Hochleistungstextil zu entwickeln. Die besonderen Materialeigenschaften werden anhand einer leichten Regenjacke veranschaulicht.

 

Kategorie Service

 

> Circular Experience Library

Circular-Experience.org (Firmensitz: Wiesbaden, Hessen)

Die Plattform stellt Designer und Unternehmen kostenlos UX-Komponenten zur Verfügung. Die Bibliothek startet mit insgesamt 72 UX Design Patterns, von denen jedes auf einem (digitalen) Usecase der Kreislaufwirtschaft wie Repair, Refurbish oder Recycle basiert.

 

> Digitales Stoffstrommanagement

N1 Trading GmbH (Firmensitz: Dossenheim, Baden-Württemberg)

Die Softwarelösung „Site Depot“ unterstützt Bauunternehmen und Baustoffhersteller bei der Erkennung von Verwertungspotenzialen und der Steuerung von Stoffströmen. Der Funktionsumfang der SaaS-Lösung deckt alle Bauphasen von der Planung bis zur Entsorgung ab.

> Repair Rebels

Repair Rebels GmbH (Firmensitz: Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen)

Die Plattform bietet Reparatur- und Änderungsdienstleistungen für Schuhe und Kleidung an. Ziel ist es, Reparaturen sowohl zugänglich als auch attraktiv zu machen und gleichzeitig lokale Handwerksbetriebe zu unterstützen.

 

Kategorie Produkt

> Mono Vest – zirkulär und lokal

Neumühle Switzerland GmbH (Firmensitz: Zürich, Schweiz)

Die „Mono Vest“ besteht aus einer einzigen Materialfamilie, um die einfache Wiederverwertung zu ermöglichen. Sie ist streng nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft konzipiert und wird in Europa in einem Radius von 380 km hergestellt.

 

> Satino PureSoft – Hygienepapier der Zukunft

WEPA Professional GmbH (Firmensitz: Arnsberg-Müschede, Nordrhein-Westfalen)

„Satino PureSoft“ ist ein Hygienepapier in Recyclingqualität aus Wellpappe und Verpackungskarton. Zusätzlich können durch die Entwicklung eines bundesweiten Rückholsystems gebrauchte Handtuchpapiere in den Kreislauf der erneuten Hygienepapierproduktion integriert werden.

 

> Hansgrohe Planet Edition

Hansgrohe SE (Firmensitz: Schiltach, Baden-Württemberg),
Phoenix Design GmbH + Co. KG (Firmensitz: Stuttgart, Baden-Württemberg)

Die Sparduschbrause der „hansgrohe Planet Edition“ verbraucht nur 6 Liter Wasser pro Minute und besteht aus recycelten und recycelbaren Materialien.

 

> GDM.KLIMASTEIN

GODELMANN GmbH & Co. KG (Firmensitz: Fensterbach, Bayern)

Der vollständig recycelbare Pflasterbelag befestigt Flächen, ohne sie zu versiegeln. So werden Überflutungen verhindert, zurückgehaltenes Regenwasser sukzessiv Bäumen und Grundwasser zugeführt und überhitzte Städte aktiv gekühlt.

 

> Reet Aus UPMADE collection

Aus Design OÜ (Firmensitz: Tallinn, Estland)

Bei der „Reet Aus UPMADE collection“ wird industrielles Upcycling eingesetzt, um Textilabfälle, die bereits vor Fertigstellung der Kleidung durch Zuschnitt entstehen, in die Neuproduktion einfließen zu lassen.

 

Weitere Informationen unter:
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/bundespreis-ecodesign-2023-geht-an-zwoelf