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Für eine perfekte Komposition

Wie Orchestrierung in der Prozessautomation funktioniert.
meta proc GmbH | 18.11.2020
Für eine perfekte Komposition © Pixabay / chenspec
 

„Orchester haben keinen eigenen Klang – den macht der Dirigent.“ Was der österreichische apellmeister Herbert von Karajan vor mehr als 100 Jahren über die Wichtigkeit seiner Zunft für die Musik zu sagen hatte, lässt sich heute ohne Weiteres in den Bereich der Prozessautomation übertragen. Bereits die Hälfte aller deutschen Unternehmen nutzt Automatisierungslösungen im alltäglichen Betrieb, weitere 25 Prozent beschäftigen sich tiefergehend mit der Thematik oder befinden sich schon in der Planungsphase.[1] Nicht selten verwenden die verschiedenen Arbeitsabläufe in einem Unternehmen allerdings die unterschiedlichsten Applikationen. Was fehlt: Abstimmung innerhalb der teils so vielfältigen Systeme. „Das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Automatisierungsansätzen lässt sich durchaus mit der Komplexität eines Musikorchesters vergleichen“, erklärt Alexander Steiner, Chief Solution Architect der meta:proc GmbH und Experte für Automatisierung. „Viele Einzelinterpreten benötigen die Führung eines Dirigenten, um die Komposition erfolgreich zu machen.“ Da dieser Ansatz derzeit nur über Umwege zu verfolgen ist, hat meta:proc den e:Agent entwickelt.

Konzert in Dur und Moll

Was für den Dirigenten die Vereinigung der einzelnen Instrumente zu einem perfekten Klangteppich, ist für den e:Agent die Komposition mehrerer konkreter oder virtueller Automationseinzeldienste zu einem funktionierenden Gesamtservice. „Dies unterscheidet auch maßgeblich einen Orchestrations- von einem Choreographieansatz“, erklärt Steiner. „Letzterer koordiniert ausschließlich die Interaktion zwischen sonst völlig autark agierenden Systemen. Die Orchestration hingegen soll dafür sorgen, dass jede im Prozess involvierte Komponente bei der Bearbeitung bis zu einem definierten Ende bei der Ausführung des Prozesses überwacht und aktiv gesteuert wird.“ In diesem Sinne liegt, beispielsweise bei Abweichungen von einem Idealverlauf des Prozesses, die interpretatorische Gestaltungshoheit, die in einem Orchester der Dirigent innehat, also nicht bei dem Einzeltool, sondern in der Orchestrierung. Um einen größeren gestalterischen Spielraum bei der Erstellung und Abarbeitung von Prozessen zu haben und, um dynamisch auf Abweichungen sowie Änderungen reagieren zu können, empfiehlt sich eine Trennung der Prozessebene von der funktionalen. „Dadurch besteht die Möglichkeit, an der Automatisierung zu arbeiten, ohne den laufenden Geschäftsbetrieb zu gefährden“, so Steiner. „Auch lassen sich unterschiedliche Herangehensweisen bei ein und demselben Prozess aufgrund differenter Umgebungsvariablen abbilden. In etwa so, als spiele die eine Hälfte des Orchesters in Dur und die andere in Moll.“ Tätigkeiten in der Orchestrierungsschicht – in diesem Bild ein Solo in Dur – wirken sich nicht direkt auf den weiterhin funktionalen Teil der Automation – vergleichbar mit einem Solo in Moll – aus, bis sie wieder zusammengeführt werden und eine Melodie im Gleichklang spielen.

Selbst die erste Geige spielen

Ebenso wie einem Zuschauer in der Philharmonie – vielleicht ausgestattet mit Tickets für die erste Reihe, aber dennoch nur Beobachter – ergeht es auch den meisten Entscheidern oder hausinternen IT-lern während der Implementierung von Automatisierungslösungen. „Eine Integration der späteren Anwender hat jedoch deutlich bessere Ergebnisse zur Folge“, versichert der Chief Solution Architect von meta:proc. Mit einer Vielzahl an nützlichen Tools und einfacher Handhabung können sie mithilfe des e:Agents engagierter Teil der Transformation sein. Von den Zuschauerrängen geht es direkt auf den Platz der ersten Geige, um den Klang des Orchesters aktiv mitzugestalten. „Im Grunde sprechen wir hier über Hilfe zur Selbsthilfe“, erläutert Steiner. „Lösungen zu vereinfachen und anwendbar zu machen, ist der nächste logische Schritt in der Prozessautomation. Autonome Softwareroboter, orchestriert zu einem gemeinsamen Ganzen, funktionieren besser im Zusammenspiel mit ebenfalls autonom agierenden, menschlichen Arbeitern. RPA soll also im Idealfall nicht in ein Solo gehen, sondern lediglich dazu dienen, die Darbietung der Gesamtkomposition zu ermöglichen oder den Gesamtklang, wenn auch nur temporär, zu vervollständigen.“ Trainingscenter und Schulungen sorgen für zusätzliche Klarheit und auf lange Sicht für eine erfolgreiche Orchestrierung.

Aufzeichnen ist gut, Analyse und Entwicklung ist besser

Prozessautomation, ob RPA oder ein durch Orchestrierung zusammengefügtes Ganzes, bleibt ein fortlaufendes, sich stetig wandelndes Verfahren. Um das Maximum aus der Transformation herauszuholen, braucht es ein Wechselspiel von Monitorisierung und Optimierung aller laufenden Prozesse und deren Interaktion miteinander. „Als extrem wichtig für diesen nicht endenden Evaluationsprozess erweist sich eine lückenlose Dokumentation aller Arbeitsschritte“, erklärt Alexander Steiner. „Kurz darauf stehen die Prozessanalyse sowie die Umsetzung der gewonnen Erkenntnisse an.“ Die Record-Funktion des e:Agent kombiniert exakt diese Arbeitsschritte: „Nach der Aufzeichnung auf Anhieb eine automatisch durchführbare Prozessbeschreibung vorliegen zu haben, eröffnet neue Dimensionen der Er- und Bearbeitung sowie der Optimierung automatisierter Abläufe“, so Steiner. Mit der dann verbesserten Orchestrierung verschiedenster Prozesse, automatisiert oder nicht, lässt sich eine feste IT-Infrastruktur aufbauen. Auch wenn eine Aufzeichnung ein sich wiederholender und dadurch in Qualität sowie Ausführung gleichbleibender Prozess ist: Erst die Kontrolle von Variationen eines geübten Dirigenten sorgt für die perfekte Komposition. Denn ein Orchester kann nur dann harmonieren, wenn die erste und die letzte Geige im Einklang sind.

 

[1] Robotic Process Automation 2020; IDG Research

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