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10 Anlässe für eine Pressemitteilung

Welche Anlässe eignen sich eigentlich, um eine Pressemitteilung zu verfassen?
Tilo Anschnitt | 11.06.2012

1. Gründerstory
Viele Startups haben eine Geschichte zu erzählen, denn für die Gründung ihres Unternehmens gab es häufig sehr persönliche Beweggründe: Einen Missstand, den sie erlebt haben oder eine Marktlücke, die sie füllen wollten. Solche Geschichten werden gerne aufgegriffen, denn sie prägen sich bei Redakteuren und Lesern ein. Jeder kennt zum Beispiel die Geschichte, dass Microsoft-Gründer Bill Gates das Unternehmen in einer Garage gestartet hat. Ob das stimmt, sei einmal dahin gestellt. Aber die Geschichte ist gut, und wird deswegen immer wieder erzählt. Ein glaubwürdiges und überzeugendes „Storytelling“ ist ein entscheidender Erfolgsfaktor der PR.

2. Zahlen und Statistiken
Journalisten lieben Zahlen. Unternehmen sollten daher darüber nachdenken, wie sie aussagekräftiges Statistikmaterial generieren können, und das heißt: Zahlen, die neu und überraschend sind. Liegen solche Daten vor, sind sie ein sehr guter Anlass für eine Pressemitteilung. Wichtig ist dabei natürlich, dass die Zahlen auch wirklich valide sind – eine Umfrage im Freundeskreis reicht für eine Pressemitteilung nicht aus. Grundsätzlich gibt es dabei zwei Möglichkeiten: Man kann selber das Zahlenmaterial erstellen oder öffentlich zugängliche Statistiken nutzen, beispielsweise von Universitäten. Zudem sollten die Angaben transparent sein, denn natürlich werden Journalisten auch nachfragen, wie die Zahlen belegt werden können. Es empfie hlt sich auch neben der Pressemitteilung eine aussagekräftige Infografik zu erstellen.

3. Ratgeberthemen
Ratgeberthemen eignen sich häufig für eine Pressemitteilung. Da sie einen hohen Nutzwert für die Leser haben, werden sie von Journalisten gern aufgenommen. Mit Themen wie zum Beispiel „10 Tipps gegen den Alkoholkater“ (z.B. von einem Gesundheitsportal) oder „5 Strategien gegen Liebeskummer“ (z.B. von einer Datingwebsite) kann man nicht nur Veröffentlichungen in großen Publikumsmedien und Zeitschriften erzielen, sondern auch in Tageszeitungen. Ein weiterer Vorteil: Mit Ratgeberbeiträgen kann man das jeweilige Unternehmen als Spezialisten auf einem bestimmten Gebiet positionieren. Oft lassen sich zu den Themen auch Interviews anbieten oder passendes Bildmaterial beisteuern welches die Veröffentlichungswarscheinlichkeit erhöht.

4. Personalmeldungen
Auch Nachrichten über personelle Veränderungen werden gerne von der Presse aufgegriffen. Pressemitteilungen dieser Art werden vor allem von B2B-Medien, also Fachmagazinen veröffentlicht. Marketing- und Werbemedien wie „W&V“ und „Der Kontakter“ berichten sogar täglich über personelle Veränderungen in Unternehmen. Allgemein gilt dabei: Je bekannter die Person, ihre Position und das Unternehmen, desto größer wird das Interesse der Medien sein.

5. Neuigkeiten zum Produkt
Eine Erweiterung des Produktportfolios, eine grundlegende Veränderung des bestehenden Angebots, eine Produktinnovation – all das sind willkommene Anlässe, um eine Pressemitteilung zu verfassen. In einer Meldung dieser Art geht es vor allem darum, die Innovation zu erklären und dem Journalisten und Leser zu verdeutlichen, was die Erneuerung und Verbesserung ist und welchen Einfluss diese auf den potentiellen Leser hat.

6. Investitionsmeldungen
Gerade für Start-ups sind Meldungen über Investitionen ein guter Grund, die Presse zu kontaktieren. Je größer die Investitionssumme und je bekannter die Investoren, desto größer wird auch das Medieninteresse sein. Das haben bekanntlich zuletzt zwei Berliner Startups bewiesen, als sie die tatkräftige Unterstützung von Hollywood-Star Ashton Kutcher bekanntgaben.

7. Erfolgsstorys
Zahlen, die den Geschäftserfolg belegen eignen sich hervorragend für die Presseansprache. Dabei kann es sich um die Anzahl der Kunden oder die der Downloads handeln, um die Anzahl der registrierten Nutzer oder die der verkauften Produkte. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Kennziffern auch eine journalistische Relevanz haben, also wirklich aussagekräftig sind und den Unternehmenserfolg objektiv belegen können.

8. Veranstaltungen
Auch Veranstaltungen sind ein Grund, Informationen an die Presse zu verbreiten – unter der Voraussetzung, dass es sich um eine außergewöhnlich interessante Veranstaltung handelt – wie zum Beispiel eine Shop-Eröffnung, bei der die Kunden soviel umsonst bekommen, wie sie mit dem Mund tragen können. Ansonsten geht die Meldungen unter Hunderten von anderen Veranstaltungshinweisen unter. Prominente Teilnehmer können dabei selbstverständlich sehr hilfreich sein, ansonsten ist Kreativität gefragt.

9. Kooperationsmeldungen
Partnerschaften zwischen Unternehmen sind immer ein guter Anlass für Pressemitteilungen. Dabei gilt einmal mehr: Je bekannter die Namen der Unternehmen, desto größer das Medieninteresse. Kooperationsmeldungen richten sich hauptsächlich an Fachzeitschriften, also an B2B-Medien; in manchen Fällen sind sie auch für B2C-Medien interessant. Dazu noch ein Tipp aus dem PR-Alltag: Phrasen wie „Ich freue mich sehr, XY als Partner gewonnen zu haben“ sollte man vermeiden – denn das steht in jeder Pressemitteilung dieser Art. Stattdessen empfiehlt es sich, den Mehrwert zu verdeutlichen, welche die Kooperation für den Kunden bedeutet.

10. Statements
Bei aktuellen Ereignissen aus dem Geschäftsfeld des jeweiligen Unternehmens bietet es sich an, mit einem Statement die Presse und damit die Öffentlichkeit anzusprechen. Dabei sollte darauf geachtet werden, keine leeren Phrasen zu produzieren, sondern mit fundierten und sachkundigen Aussagen etwas Wesentliches zur Diskussion beizutragen – und diese sogar, wenn möglich, durch eine innovative und unkonventionelle Position zu ergänzen. Der Vorteil: Auf diese Weise lässt sich das Unternehmen bzw. der Gründer als Experte in der Fach- und Konsumentenpresse positionieren.


Selbstverständlich gibt es je nach Unternehmen und Marktumfeld noch weitere Anlässe für Pressemitteilungen. Die Möglichkeiten, Nachrichten an Journalisten zu kommunizieren, sind also vielfältig. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass ein guter Anlass allein nicht automatisch zu einer höheren Präsenz in den Medien verhilft. Vielmehr gilt: Pressearbeit muss immer nachhaltig sein, sie sollte also einer Strategie folgen. Es ist nicht nur wichtig, passgenaue Verteiler zu erstellen und die relevanten Journalisten zu identifizieren, sondern es kommt vor allem darauf an, langfristige und persönliche Beziehung zu diesen aufzubauen und diese kontinuierlich zu pflegen. Um dauerhaft in den Medien präsent zu sein, ist es notwendig, immer wieder neue und interessante Themen und Anlässe zu finden, mit denen man sein Unternehmen ins Gespräch bringt. Dabei ist die Pressemitteilung nur ein Instrument unter vielen.


Über den Autor
Tilo Bonow ist Gründer und Geschäftsführer von piâbo, der Kommunikationsagentur für die digitale Wirtschaft. Neben strategisch vernetzter PR und Social Media umfasst das Leistungsspektrum der Berliner Agentur medienübergreifende B2B- und B2C-Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationsmanagement sowie die Entwicklung von redaktionellen Konzepten. Das Team betreut nationale und internationale Kunden aus der Internet-/IT-/Mobile- sowie Medien- und Cleantechbranche und verfügt über ein eingespieltes globales Netzwerk.

http://www.piabo.net

Quelle: newsmax.de