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DJV sieht in Openleaks eine Chance für den Journalismus

Bei Openleaks handelt es sich um einen elektronischen Briefkasten, der von Tippgebern und Informanten genutzt werden kann.
Als Chance für den Journalismus hat der Deutsche Journalisten-Verband die Beteiligung von Medien an dem Projekt Openleaks bezeichnet. "Wenn Openleaks verantwortungsbewusst betrieben wird, kann es den Journalismus in Deutschland bereichern", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Die Journalistinnen und Journalisten der an dem Projekt beteiligten Medien müssten ihre Sorgfaltspflichten besonders ernst nehmen. Konken: "Das sind sie den Lesern wie den Informanten schuldig."


Bei Openleaks handelt es sich um einen elektronischen Briefkasten, der von Tippgebern und Informanten genutzt werden kann, die anonym brisantes Material zu Veröffentlichungszwecken weiter leiten wollen. Partner auf der Whistleblowing-Website des ehemaligen WikiLeaks-Sprechers Daniel Domscheit-Berg sind die taz, die Wochenzeitung Der Freitag, zwei ausländische Zeitungen und die Verbraucherorganisation Foodwatch. Nach einer Testphase soll Openleaks in Kürze frei geschaltet werden.


"Journalisten sind auf Informationen von so genannten Whistleblowern angewiesen", betonte der DJV-Vorsitzende, "weil sie sich nicht auf Pressemitteilungen und offizielle Statements allein stützen können." Aufgabe der Journalisten sei es, die über Openleaks gewonnenen Informationen zu überprüfen, ihre Bedeutung einzuschätzen und bei der jeweiligen Gegenseite zu recherchieren. Als Gegenleistung müsse die Plattform Informanten die größtmögliche Anonymität garantieren. Deshalb dürfe Openleaks erst an den Start gehen, wenn in der Testphase mögliche Lecks beseitigt sind, die die Anonymität der Informanten gefährden könnten.


Mit Whistleblowern beschäftigt sich auch der Workshop WikiLeaks auf der Besser Online-Tagung des DJV am 17. September in Bonn, in dem Daniel Domscheit-Berg zu Gast ist. Programm und Informationen unter www.besser-online.info.