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Neue Infobroschüre: „Arbeitsmarkt und Tarifpolitik im E-Commerce“

Der bevh veröffentlicht eine Informationsbroschüre mit einer Bestandsaufnahme der der Arbeitsbedingungen im E-Commerce in Deutschland.

Der Online-Handel ist mit überproportionalen Wachstumsraten seit Jahren der „Motor“ des Einzelhandels. Erstmals starten auch rund 900 Auszubildende in den vom bevh mitinitiierten neuen Ausbildungsberuf „Kaufleute im E-Commerce“, der sich damit schon direkt ab Start als großer Erfolg zeigt. Dies gilt umso mehr, als von den rund 1.500 Betrieben mit anerkannter Eignung für die neue Ausbildung rund 300 damit das erste Mal überhaupt Ausbildungsplätze anbieten. Letzteres ergab eine aktuelle Umfrage des DIHK unter den 79 deutschen IHKs.

Der bevh hat dies zum Anlass genommen, einen vertieften Blick auf die Beschäftigungssituation in der Branche zu werfen. Begleitet durch seinen arbeitspolitischen „Gesprächskreis E-Commerce“ und die spezialisierte Unternehmensberatung AT-Solution wurden eigene und Drittstudien zusammengetragen, analysiert und mit der Situation im klassischen Einzelhandel verglichen.

Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh: „Wir sind agil, innovativ und wissensdurstig. Die direkte Kommunikation, frei von veralteten Rollenverständnissen und tradierten Ritualen, führt zu einer lebendigen Unternehmenskultur und modernen Arbeitsbeziehungen. Daraus resultieren neue wichtige und auch qualitativ hochwertige Arbeitsplätze - und das zukünftig verstärkt durch die Absolventen der neuen dualen Berufsausbildung unserer Branche.“

So zeigt sich, dass im E-Commerce mit 72,5 Prozent verhältnismäßig mehr Menschen in Vollzeitarbeitsverhältnissen tätig sind, als im traditionellen Einzelhandel mit einer Vollzeit-Quote von nur 53,8 Prozent. Auch der Anteil der sogenannten „geringfügig Beschäftigten“ liegt mit 19,2 Prozent fast 10 Prozent unter der Quote des klassischen Einzelhandels. Die Tarifbindung ist im Einzelhandel generell nur bei unter einem Viertel der Betriebe gegeben, wobei die vorhandenen Branchentarifverträge für ca. 40 Prozent der Betriebe eine Orientierung bieten. Bei den übrigen führt das allerdings nicht zum „Lohndumping“. Die E-Commerce-Branche, auch das ist ein Ergebnis, zahlt überdurchschnittlich und bietet oftmals in tariflichen Regelungen nicht vorgesehene Extras wie Zielprämien, Boni und Zulagen oder Gesundheitsförderung und Weiterbildung.

Christoph Wenk-Fischer weiter: „Viele der klassischen Berufsbilder im Einzelhandel haben kein Pendant im E-Commerce, weil die Geschäftsprozesse sich fundamental unterscheiden – ein Stichwort: Ladenkasse vs. E-Payment. Schon von daher passen die bestehenden Tarifverträge nicht für und zu uns. Druck von Seiten der Politik oder Gewerkschaften auf unsere Branche, sich unpassenden Tarifverträgen unterzuordnen, in denen sogar noch Zuschläge für ,Flakhelfer´ geregelt sind, ist deshalb völlig unangebracht.“

Die Online-Version der Informationsbroschüre finden Sie hier als pdf-Datei zum Download. Eine gedruckte Fassung kann per E-Mail an info@bevh.org bestellt werden.