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Händler aus dem mittleren Preissegment im Weihnachtsgeschäft bedroht

Vor dem Fest laufen mittelpreisige Händler und Marken Gefahr, nach oben und unten Marktanteile zu verlieren.
Bazaarvoice | 09.11.2018
Händler aus dem mittleren Preissegment im Weihnachtsgeschäft bedroht © Pixabay / ErikaWittlieb
 

Die Feiertage bescheren Händlern die Umsätze des Jahres – allerdings droht Marken aus dem mittleren Preissegment ein Kampf um Kunden mit Billig- oder Luxusmarken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Bazaarvoice. 52 Prozent der Konsumenten in Deutschland shoppen außerhalb der Weihnachtszeit im Niedrigpreis-Segment. 43 Prozent hingegen besuchen regelmäßig die Konkurrenz aus dem mittleren Preislevel. Nur 13 Prozent wenden sich normalerweise an Luxusmarken wie Gucci oder Chanel. Im Weihnachtsgeschäft wechseln aber 60 Prozent der Deutschen zu Luxusmarken. Das Festessen wird hingegen die Hälfte der Deutschen wahrscheinlich bei Lidl oder Aldi kaufen.


Qualität und positives In-Store-Erlebnis als Chance für Händler aus der mittleren Preisklasse



Wichtigstes Entscheidungskriterium für die Käufer im günstigen Segment ist mit 71 Prozent klar der Preis. In der mittleren Preisklasse entscheidet vor allem die Qualität der Produkte, das sagen 54 Prozent der Befragten. Anbieter aus diesem Segment sollten also nicht den Fehler machen, einen Preiskampf mit Discountern zu führen, sondern weiterhin auf Qualität zu setzen. Rabattschlachten, wie Black Friday, fassen sogar 15 Prozent der designierten Zielgruppe als negativ auf.

Ein großer Vorteil von Marken und Händlern im mittleren Preissegment ist die Kundenerfahrung im Laden. 69 Prozent der befragten Deutschen geben festliche Dekoration und besondere Weihnachtsaktionen als Grund an, warum sie in der Vorweihnachtszeit Geschäfte aufsuchen. In nüchtern-stilvollen Edel-Boutiquen wird man solche Deko und Aktionen eher weniger finden, genauso, wie beim Discounter für den sie einen unnötigen Kostenfaktor darstellen. Die besondere Stimmung in den Geschäften hilft 45 Prozent der Befragten dabei, Ideen für ihre Geschenke zu finden.


Amazon und Co. haben nicht nur Vorteile



Große Konkurrenz kommt auch aus dem Internet, insgesamt wollen 66 Prozent der Befragten ihre Weihnachtseinkäufe bei Amazon tätigen. Doch sehen die Konsumenten auch erhebliche Nachteile bei den großen Plattformen. Aus Angst vor Lieferengpässen besuchen 36 Prozent der Befragten lieber direkt den Onlineshop der jeweiligen Marke. 31 Prozent meiden Online-Großhändler, wie Amazon, aus Angst vor falschen Kundenbewertungen. Stationäre Händler können gegenüber der Konkurrenz aus dem Netz besonders durch eine Face-to-Face-Erfahrung punkten: Ein Viertel der Befragten schätzt besonders die persönliche Hilfe des Personals beim Aussuchen von Geschenken. Hier liegt der entscheidende Vorteil gegenüber Online-Anbietern. Auch Gratis-Proben, die 24 Prozent der Deutschen gerne annehmen, können in einem Onlineshop nicht angeboten werden.

„Händler aus dem mittleren Preissegment, die im Weihnachtsgeschäft gegen Luxusmarken und Billiganbietern um Kunden kämpfen müssen, haben die große Chance, die Stimme des Kunden zu nutzen, um ein besseres Einkaufserlebnisse zu schaffen. Das führt letztendlich zu mehr Käufen und einer besseren Kundenbindung“, so Benjamin Dunkel, Head of Solution Consulting & Retail Acquisition EMEA bei Bazaarvoice. „Damit Händler und Marken ihren Kunden das beste Shopping-Erlebnis bieten können, müssen sie diese gut kennen. Unter anderem dabei helfen Produktbewertungen und Erfahrungsberichte von Kunden. Sie helfen Kunden, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen und die richtigen Produkte zu finden. Außerdem geben sie Marken und Händlern wertvolle Produktinformationen.“