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Die digitale Verführung

Selbstbestimmt leben trotz Smartphone, Social Media & Co.
Autor: Ralf T. Kreutzer,
Verlag: Springer Gabler | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
2020,190 Seiten, 17,99 EUR ISBN: 978-3658277

Schnell noch mal Emails checken oder ein neues Foto bei Instagram hochladen? Mit dem Smartphone befinden wir uns im dauerhaften Selbstinszenierungsmodus. Exzessives Gaming oder stundenlanger Konsum von Filmen und Serien gehört für viele ebenfalls zum Alltag. Doch ständig online zu sein, kann süchtig machen. Mangelnde Konzentrations- und Kontemplationsfähigkeit sind die negativen Folgen. In seinem bei Springer erschienenen Buch Die digitale Verführung zeigt Ralf T. Kreutzer, wie Smartphone-Nutzer digitale Medien achtsam einsetzen und zugleich die eigene Medienkompetenz stärken können. Er lenkt den Blick gezielt auf die Risiken einer permanenten Nutzung von Facebook & Co. „Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Fehlentwicklungen nehmen zu. Ohne Konzentration und Kontemplation gelingt kein fundierter Wissensaufbau. Wir müssen daher lernen, verantwortungsbewusst mit Medien umzugehen“, betont der Autor. Er möchte mit seinem Buch aber nicht nur aufklären, sondern ganz bewusst auch provozieren.


Doch welche Fähigkeiten benötigen vor allem junge Menschen, um sich den Verführungen digitaler Reize erfolgreich widersetzen zu können? Zu einer gut ausgeprägten Medienkompetenz gehöre beispielsweise auch die Fähigkeit, Aussagen im Netz kritisch zu prüfen. Die unterschiedlichen Medienkanäle müssten entsprechend eingeordnet werden. „Vielen Menschen fällt es schwer einzuschätzen, welche Informationsquellen vertrauenswürdig sind.“  


Ralf T. Kreutzer empfiehlt außerdem, das eigene Mediennutzungsverhalten einer Analyse zu unterziehen. Wie viel Zeit verbringe ich mit sozialen Medien? Wie nutze ich diese Medien? Das Buch liefert entscheidende Denkanstöße: So wird der Leser aufgefordert zu überdenken, welche Auswirkungen die Smartphone-Nutzung auf das berufliche und das private Leben sowie auf persönliche Beziehungen hat. Zahlreiche Checklisten sollen dabei helfen, die notwendige Motivation und Selbstdisziplin für einen bewussten Umgang mit dem Smartphone zu gewinnen. Stopp-Signale können der medialen Entgrenzung Einhalt bieten. Aus seiner Sicht ist es sinnvoll, das Gerät auch mal außer Sichtweite zu legen. „Denn allein die räumliche Anwesenheit des Smartphones – mit all seinen fantastischen Optionen der Ablenkung – führt zu einer Schwächung unserer kognitiven Leistungsfähigkeit.“


Das Buch ist eine ideale Anleitung für diejenigen, die im Hier und Jetzt leben und sich auf das Wesentliche in der analogen Welt konzentrieren möchten – ohne aber die Digitalisierung zu verteufeln.