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DSL-Nutzung vor allem bei jungen Menschen rückläufig

Gut die Hälfte der Bevölkerung surft zu Hause noch mit der traditionellen DSL-Technik. Die Jüngeren bevorzugen jedoch immer mehr Kabel und Glasfaser.
Verivox | 22.08.2023
DSL-Nutzung ist bei Jüngeren rückläufig © Verivox
 

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox zeigt: 

DSL geht bei Jüngeren um 14 Prozentpunkte zurück

Insgesamt geben 52 Prozent der Befragten an, mit einem DSL-Anschluss online zu gehen. Am höchsten liegt der DSL-Anteil mit 58 Prozent bei den 50-69-Jährigen; deutlich niedriger ist die Quote unter jungen Menschen bis 29 Jahre (31 Prozent). Die DSL-Nutzung geht im Vergleich zu 2021 zurück: Vor knapp zwei Jahren gaben noch 55 Prozent an, DSL zu nutzen – bei jungen Menschen unter 30 Jahren betrug der DSL-Anteil damals noch 45 Prozent. Über alle Technologien hinweg nutzt heute mehr als die Hälfte der jungen Menschen (54 Prozent) einen anderen Anschluss als DSL.

Auch die Größe des Wohnorts spielt eine Rolle: Unter Dorfbewohnern liegt die DSL-Quote heute bei 58 Prozent, sie sinkt bis auf 48 Prozent in Großstädten. "Im ländlichen Raum ist DSL bisweilen die einzige verfügbare Technologie – meist mit spürbaren Einschränkungen bei der Bandbreite", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Auch die Zahl der alternativen Anbieter steigt in kleineren Ortschaften nur langsam. Es gibt weiterhin Regionen, in denen nur Angebote der Telekom verfügbar sind, des ehemaligen Monopolisten."

Kabelinternet in Metropolen am weitesten verbreitet

25 Prozent der Deutschen surfen zu Hause über ihren Kabelanschluss. Unter Großstadtbewohnern ist der Kabel-Anteil mit 29 Prozent am höchsten, im ländlichen Raum mit 19 Prozent am niedrigsten. Im Vergleich zu 2021 ist der Kabel-Anteil um 3 Prozent gestiegen, bei Jüngeren sogar um 8 Prozent. "In den vergangenen Jahren wurde in vielen kleineren und größeren Städten oft großflächig digitale Kabeltechnik ausgebaut", sagt Theumer. "Weniger dicht besiedelte Regionen hingegen sind oft besser mit DSL als mit Kabel versorgt."

16 Prozent der Deutschen surfen mit Glasfaser

Nach Jahren des Zögerns hat der Glasfaser-Ausbau inzwischen Fahrt aufgenommen. Zum Jahresende 2022 nannte die Bundesnetzagentur einen Anteil von gut 9 Prozent für Glasfaseranschlüsse bis ins Haus oder Gebäude (FTTH/FTTB). In der aktuellen Verivox-Umfrage geben 16 Prozent an, mit einem Glasfaseranschluss online zu gehen, 2021 waren es 12 Prozent. Unter jungen Menschen ist der Zuwachs mit 8 Prozent über die zwei Jahre am höchsten.

Kombinierte Anschlüsse, die nur teilweise glasfaserbasiert sind und weiterhin auf Kabel oder VDSL beruhen, sind weniger leistungsstark: Wenn Glasfaser nicht bis ins Haus verlegt wird (etwa bei "Fibre to the Cabinet"), drohen Leistungsverluste auf der "letzten Meile". Auch solche Anschlüsse mit Kupferleitungs-Anteil werden bisweilen unter "Glasfaser" subsummiert.

Andere Surf-Technologien bleiben die Ausnahme

Nur 1 Prozent der Befragten gibt an, mit einem anderen Anschluss als DSL, Kabel oder Glasfaser zu surfen. Dazu zählen beispielweise Satelliten-Internet oder auch Hybridanschlüsse, die stationäres Internet mit Mobilfunk verknüpfen. Immerhin 7 Prozent räumen ein, nicht zu wissen, welche Art Internetanschluss zu Hause genutzt wird – darunter deutlich mehr Frauen als Männer. In der jüngsten Altersgruppe ist dieser Anteil mit 15 Prozent am höchsten.

Methodik

Die verwendeten Daten basieren auf einer Online-Umfrage der Innofact AG im Auftrag von Verivox, an der im Mai 2023 insgesamt 1.022 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren teilnahmen. Gefragt wurde: "Haben Sie zu Hause einen stationären Internetanschluss (z.B. Kabel, DSL oder Glasfaser)? / Was für einen Internetanschluss nutzen Sie?" Die Frage zum Vorhandensein eines stationären Anschlusses wurde von allen Teilnehmenden bejaht. Erfragt wurde außerdem die Wohnortgröße (Dorf, Klein- oder Mittelstadt, Großstadt).

Die Vergleichswerte basieren auf einer Online-Umfrage der Innofact AG im Auftrag von Verivox, an der im September 2021 insgesamt 1.004 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren teilnahmen. Gefragt wurde: "Mit welcher Technik gehen Sie zu Hause ins Internet?" Beide Umfragen sind bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Die Befragten entstammen einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden.