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Regionale Kaufkraft von Renten

In welchen Regionen in Deutschland ist das Leben im Alter besonders günstig und wo ist es überdurchschnittlich teuer geworden?
Prognos AG | 04.01.2024
© freepik / seventyfour
 

In welchen Regionen Deutschlands haben Rentnerinnen und Rentner viel von ihrem Geld und wo ist das Leben im Alter überdurchschnittlich teuer geworden? Im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat Prognos die regionale Kaufkraft von Renten untersucht. 

Höhere Renten und niedrigere Preise im Osten 

Die Analyse offenbart deutliche regionale Unterschiede, sowohl was die Preise als auch was die faktische Rentenkaufkraft betrifft. Zentrale Ergebnisse der Kurzstudie sind: 

  • Es gibt ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle: In den Städten ist das Leben viel teurer als auf dem Land.
  • Das Preisniveau ist in Ostdeutschland tendenziell geringer als im Westen der Republik, es gibt also ein West-Ost-Gefälle.
  • Die Renten sind in Ostdeutschland im Schnitt spürbar höher als in Westdeutschland. 
  • Wie viel sich Rentnerinnen und Rentner mit ihrem Geld leisten können (Rentenkaufkraft), ist daher sehr unterschiedlich.
  • Im Osten treffen tendenziell hohe Renten auf geringe Preise, folglich ist die Rentenkaufkraft höher als im Westen – vor allem in Ballungsräumen, wo relativ geringe Rentenzahlbeträge und ein hohes Preisniveau zusammenkommen. 

Inflation, höhere Energiepreise und Wohnkosten sorgen für steigende Lebenshaltungskosten. Unter anderem deshalb ist private Altersvorsorge notwendig, um im Alter den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Dies gilt vor allem (aber nicht nur) dort, wo die Menschen tendenziell eine geringere Rente erhalten, die Lebenshaltungskosten aber hoch sind, etwa in den Städten. 

Die Studie basiert auf einer Analyse von Lebenshaltungskosten und Alterseinkommen.

  • Lebenshaltungskosten werden für die Untersuchung anhand der Wohnkosten approximiert. Diese sind in zweierlei Hinsicht als Proxy geeignet. Erstens entfällt mit rund 30 Prozent ein großer Ausgabenanteil der privaten Haushalte auf das „Wohnen“. Zweitens zeigen Studien immer wieder, dass sich regionale Preise besonders im Bereich der Wohnkosten und weniger im Bereich von Gütern und Dienstleistungen unterscheiden.
  • Die Alterseinkommen werden über die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge auf regionaler Ebene abgebildet. Damit werden neben den Preisniveauunterschieden (näherungsweise) die Einkommensunterschiede von Menschen im Ruhestand erfasst. Im Zusammenspiel beider Elemente ergibt sich die regionale Rentenkaufkraft.

Die Kurzstudie baut auf der Prognos-Studie „Regionale Kosten der Altersvorsorge“ von 2019 auf. Darin wurden regionale Einflussfaktoren auf die Kosten der Altersvorsorge umfassend analysiert. Die neue Studie setzt am Aspekt der regionalen Kaufkraft an und erweitert die bislang statische Betrachtung um die zeitliche Dimension. Ziel war es, Regionen in Deutschland zu identifizieren, in denen das Leben im Alter besonders günstig bzw. teuer ist. Aus den Ergebnissen werden Hinweise auf Altersvorsorgebedarfe abgeleitet.

Zur Studie (Webseite GDV): 

https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/bundesweiter-vergleich-kaufkraft-der-rente-schwankt-regional-um-bis-zu-70-prozent--162908