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Kleiner Knigge für Ihre Weihnachtsgrüße

Warum Kartenmuffel sich schämen sollten … und wie Sie es besser machen!
Werner Markowitz | 30.10.2015

„Was verschicken wir eigentlich zu Weihnachten?“ Diese Frage stellt sich jedes Jahr aufs Neue und sollte spätestens jetzt beantwortet werden. Leider ist es in vielen Unternehmen eine Unsitte geworden, auf die traditionelle Weihnachtskarte zu verzichten und stattdessen E-Mails zu verschicken. Die wichtigste Ausrede dafür lautet: „Per E-Mail geht’s einfacher, schneller und billiger!“



Was würde der alte Knigge dazu sagen?

„Da hat also jemand keine Manieren“, würde der Freiherr wohl urteilen, „zu faul und zu geizig ist er für richtige Weihnachtskarten. Schämen soll er sich!“

Okay, es stimmt: Echte Weihnachtskarten kosten Geld und machen Arbeit! Aber sie sind es in jedem Fall wert. Machen Sie sich die Mühe und lassen Sie sich die Weihnachtsgrüße etwas kosten. Signalisieren Sie Ihren Kunden und Lieferanten damit Ihre persönliche Wertschätzung. Nutzen Sie eine Chance zur Kommunikation, die es so nur ein Mal im Jahr gibt. Es lohnt sich.

Weihnachtskarten: haptisch statt hektisch!

Ein schöner Umschlag, eine feste Klappkarte, eine nette Bildidee, die persönlichen Festtagsgrüße mit eigenhändiger Unterschrift. Für jeden Empfänger ist dies ein kleiner Moment zum Innehalten in der Vorweihnachtszeit.

Ich kenne viele, auch hartgesottene Geschäftsleute, die sich besonders nette Weihnachtskarten auf ihrem Schreibtisch aufstellen.Da kann die virtuelle Weihnachtskarte per E-Mail nicht mithalten. Ein belangloses, lästiges bis ärgerliches Massenprodukt. Schnell überflogen und rasch vergessen!




E-Card geht gar nicht!

Die abgebildete Weihnachtskarte habe ich für einen ambulanten Pflegedienst gestaltet. Diesem Kunden würde wohl niemand eine E-Card als Alternative vorschlagen.

Für die persönlichen Festtagsgrüße an die pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen gibt es nur eine angemessene Form: die liebevoll gestaltete Weihnachtskarte!

Mit modernen Medien ins Fettnäpfchen

Weihnachtskarten seien ein Relikt des analogen Zeitalters, heißt es manchmal. E-Mails sind angeblich zeitgemäßer, längst akzeptiert und genau so schön. Gern werden sie durch multimediale Spielereien aufgepeppt. Da grüßen dann flackernde Kerzen, flatternde Engel, animierte Feuerwerke und vieles andere aus der virtuellen Wirklichkeit.

Befragen wir dazu wieder den Freiherrn von Knigge. „Was für ein Fauxpas!“, würde er sich wahrscheinlich echauffieren, „Wo bleibt da der Respekt vor dem Weihnachtsfest und den edlen Gefühlen der Menschen. Sie wünschen sich echte Kerzen, echten Lebkuchen und echte Grußkarten. Gönnen Sie es ihnen!“

Mit den modernen Medien und dem guten Stil ist das überhaupt so eine Sache. Es soll Zeitgenossen geben, die eine Liebesbeziehung per SMS beenden. Solange wir darüber die Nase rümpfen, sind auch saloppe Xmas-Mails nicht die feine Art.



Eine himmlische Idee: die Kombination von Karte und Internet

Vor einigen Jahren hat mich eine Internet-Agentur mit folgender Idee überrascht. Auf einer speziellen Website konnte man seinen persönlichen Stern an einen vorweihnachtlichen Nachthimmel heften. Eingeladen zu dieser netten Aktion wurde man aber nicht per E-Mail, sondern – Sie ahnen es – mit einer darauf abgestimmten netten Grußkarte. Klassisches und modernes Medium in perfekter Harmonie – zur Nachahmung empfohlen!

Spenden selten Freude: Spendenkarten!

Wer etwas Gutes tun möchte, mag gerne spenden. Auf der Weihnachtspost in einer diskreten Unterzeile darauf hinzuweisen, ist vertretbar. Aber sollte man sich mit der lauten Botschaft: "Hallo, wir haben gespendet!" als Wohltäter feiern zu lassen? „Mildtätigkeit zur Weihnachtszeit ist kein Ruhmesblatt,“ würde Freiherr von Knigge dazu feststellen, „ sondern eine Selbstverständlichkeit. Ein edler Spender übt sich in Bescheidenheit!“

Merke:Ihre Weihnachtsgrüße sollen dem Empfänger Ihre ehrliche Wertschätzung signalisieren und nicht der eigenen Selbstdarstellung dienen. Für werbewirksame Sponsoring- und Spenden-Aktionen ist das ganze Jahr über Zeit.

Schlicht und ergreifend: der Brief meines Installateurs!

Einen ganz außergewöhnlichen Weg beschreitet mein Installateur. Er verschickt jedes Jahr zu Weihnachten einen schlichten Brief. Er benutzt dafür seinen normalen geschäftlichen Briefbogen und ein ganz normales Couvert. Der Inhalt berührt mich dennoch jedes Jahr aufs Neue.

Der Handwerker beschreibt mit einfachen Worten, wie sein Familienbetrieb das zu Ende gehende Jahr erlebt hat und was er sich für die Zukunft wünscht. Das Ganze verbunden mit den besten Wünschen für ein frohes Fest und ein glückliches neues Jahr für seine Kunden. Gewiss haben ihn in diesem Jahr die vielen Flüchtlinge bewegt, von denen auch unsere Gemeinde etliche beherbergt. Ich werde es gerne lesen und dabei vielleicht darüber nachdenken, wie lächerlich mein Rohrbruch im Vergleich zum Schicksal dieser Menschen ist.


Praktische Tipps für Ihre Weihnachtsgrüße

• Lassen Sie eine möglichst individuelle Weihnachtskarte gestalten und drucken! Die Adressaten sollen spüren, dass Sie sich Mühe gegeben haben.

• Ob Sie eine „festliche“ oder eine „fröhliche“ Variante wählen, hängt von Ihrem Unternehmen und Ihren Adressaten ab. Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl!

• Ein hochwertiges, sorgfältig ausgewähltes Couvert ist wichtig. Der erste Eindruck entscheidet auch bei Ihrer Weihnachtspost.

• Aus dem gleichen Grund ist auch die Frankiermaschine Tabu. Eine Briefmarke mit weihnachtlichem Motiv stimmt den Adressaten ein.

• Eine persönliche Unterschrift ist Pflicht! Verwenden Sie einen Füller oder Ink-Pen mit blauer Tinte. Wenn Sie beizeiten beginnen, lässt sich auch eine größere Anzahl an Karten problemlos bewältigen. Einfach zwischendurch in den Arbeitspausen rasch einige Karten unterschreiben!

• Jeder Empfänger freut sich über einige persönliche Worte, die Sie handschriftlich hinzugefügt haben. Sehen Sie bei der Gestaltung der Karten unbedingt genügend Platz dafür vor.

• Ein Weihnachtsbrief kann eine nette Alternative zur Karte sein. Sie haben mehr Platz für persönliche Formulierungen und Ihr Text wird intensiver gelesen.

• Die Weihnachtspost ist der perfekte Anlass, um „eingeschlafene“ Kontakte aufzufrischen. Verschicken Sie lieber einige Grüße zu viel als einen zu wenig!

• Vergessen Sie niemanden! Die Menschen registrieren sehr genau, wer an sie denkt und wer nicht. Es wäre schlimm, wenn jemand denkt: „Jetzt bekomme ich von denen noch nicht einmal eine Weihnachtskarte!“

Habe ich Sie bekehrt?

Dann frisch ans Werk: Geben Sie Ihre Weihnachtskarten in Auftrag! Sie tun ein gutes Werk und machen Ihren Kunden und Geschäftspartnern gewiss eine Freude.

www.denkt-schreibt.de