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5 Recruiting-Tipps im Kampf um Digital-Talente

Fünf Beispiele aus der Tech-Branche zeigen Möglichkeiten vom interaktiven Recruiting bis zum menschelnden Employer Branding.
 

Die Expertinnen und Experten: Natalia Dorozala, Paul-Alexander Thies, Naomi Owusu, Thomas Maas, Nora Feist (v.l.n.r.)


"Selbstverwirklichung als Schlüssel für glückliche Mitarbeiter"
Naomi Owusu, CEO Tickaroo:
"Es gibt sicherlich nicht das EINE Geheimrezept, um gute und talentierte Mitarbeiter zu finden und zu binden. Bewerber bringen nicht nur unterschiedliche Persönlichkeiten und Skills mit, die passen müssen, sondern umgekehrt muss auch der Job zur aktuellen Lebensplanung und den Interessen des jeweiligen Kandidaten passen. In der Sport- und News-Branche haben wir festgestellt, dass Mitarbeiter, die kein Interesse an der Materie haben und nur ihren Job machen, auf Dauer ideenlos und unzufrieden sind, egal welche Qualifikationen sie haben. Gerade hochqualifizierte Mitarbeiter suchen nach Herausforderungen, wollen aktiv an Entscheidungen mitwirken und benötigen Erfolgserlebnisse. Zudem kann man als Arbeitgeber bestimmte Anreize schaffen, damit sich Mitarbeiter wohlfühlen, wie z.B. flexible Arbeitszeiten oder dezentrales Arbeiten."

"Unternehmen müssen die Aufmerksamkeit von Fachkräften gewinnen"
Thomas Maas, CEO freelancermap:
"Die Herausforderung von Unternehmen heute ist, gute Fachkräfte auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen. Ein Unternehmensblog oder relevante Social-Media-Kanäle geben einen Einblick in die tägliche Arbeit und vermitteln dem Bewerber ein Gefühl, wie ein Arbeitstag aussieht. Ganz wichtig auch: kununu-Bewertungen, da sie das unmittelbare Spiegelbild des Unternehmens sind. Eine dauerhaft aktuelle Außendarstellung der Firma kann erreicht werden, indem diese Bewertungen als Bestandteil einer Mitarbeiterlaufbahn begriffen werden. Gerade bei häufig wechselnden Positionen - wie bei Praktikanten und Werkstudenten - kann so in relativ kurzer Zeit eine aussagekräftige Anzahl an Bewertungen gesammelt werden. Auch Headhunter und Recruiter sind von großer Bedeutung, vor allem für Positionen mit überdurchschnittlich hohen Gehältern. Ob Freelancer oder Festangestellter - es kommt immer auf das Projekt an. Für Vorhaben, die auf bis zu zwei Jahre angelegt sind, sind Freelancer sicher interessanter. Zumal diese im Schnitt wesentlich mehr Know-how mitbringen, da sie vielfältige Erfahrungen aus diversen Kampagnen mitbringen."

"Bewerber und Mitarbeiter zusammenbringen"
Natalia Dorozala, Marketing & HR Wire:
"Eine Wohlfühl-Atmosphäre unter Kollegen und ehrliches Interesse aneinander sind sehr wichtig. Wenn Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen und das Gefühl haben, dass ihnen zugehört wird und das Unternehmen jederzeit offen für neue Vorschläge ist, zeigt sich das auch in der Außenwahrnehmung. So z.B. auf Social-Media-Kanälen oder durch die persönliche Weiterempfehlung von Freunden für offene Vakanzen. Darüber hinaus sind Developer-Meetups eine schöne Möglichkeit, potenzielle Kandidaten mit Mitarbeitern zusammenzubringen, um sich auszutauschen. Auf diese Weise erhalten Bewerber eine Office-Tour und lernen den Arbeitgeber und ihre zukünftigen Kollegen gleich kennen."

"Wir machen unsere eigenen High Potentials"
Paul-Alexander Thies, CEO von Billomat:
"Du liebst Buchhaltung und Kuchen? Dann sollten wir Kollegen werden! Das ist der Einstiegssatz bei unseren Stellenausschreibungen und zeigt, was Mitarbeiter bei uns erwartet: Ein junges dynamisches Team, das nachhaltig wächst. Statt einen Kicker zu haben, kochen wir zusammen. Bei Billomat bieten wir Zukunftsperspektiven und investieren viel Zeit, Geld und Energie in unsere Mitarbeiter. Ein Großteil unserer heutigen Experten hat als Werkstudenten begonnen. Wir machen uns unsere eigenen High Potentials und setzen dabei auf unser Netzwerk, wie ehemalige Kollegen oder Bekannte. Zudem arbeiten wir seit fünf Jahren mit einer externen Recruiterin zusammen, die unsere Vision versteht und ganz genau weiß, wer zu uns passt. Sie hält auch mit Bewerbern Kontakt, die auf dem ersten Blick vielleicht noch nicht soweit sind. Auf diese Weise haben wir bereits zwei Kollegen zwar zunächst nicht genommen, da der eine doch lieber studieren wollte und der andere noch nicht soweit war. Doch zwei Jahre später sind sie dann zu uns gestoßen. Geduld und Vertrauen sind uns deshalb so wichtig."

"Arbeitgebermarken erlebbar machen: Wertekommunikation und agile Unternehmenskultur"
Nora Feist, CEO & HR Mashup Communications:
"Sinnstiftende Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten und die Unternehmenswerte wirken laut McKinsey auf die Generation Y verlockender als hohe Gehälter und Statussymbole. Für Unternehmen ist es deshalb wichtig, in ihrer Mitarbeiterkommunikation eine konsistente Wertewelt aufzubauen, mit der sich aktuelle und zukünftige Mitarbeiter identifizieren können. Schließlich sind zufriedene Teams die besten Markenbotschafter im War for Talents. Ob offline als Brandbook oder digital über Videos - gelebte und kontinuierlich kommunizierte Werte geben Orientierung und lassen die Wurzeln zum Arbeitgeber auch bei dezentral agierenden Unternehmen wachsen. Mit Storytelling als Raum für offenen Erfahrungs- und Wissensaustausch lässt sich Teamzusammenhalt auch per Cloud herstellen. So können Unternehmen als digitale Mentoren ihre Angestellten auf deren Heldenreisen begleiten. Eine Onboarding- und Learning-Plattform sichert dabei Qualitätsstandards und sollte durch konsequentes Mentoring begleitet werden."