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Deutsche Startups müssen im Schnitt 2,7 Millionen Euro einsammeln

6 von 10 brauchen in den kommenden zwei Jahren frisches Wagniskapital. Zurückhaltung von Investoren bleibt hoch.
BITKOM | 16.05.2024
Deutsche Startups müssen im Schnitt 2,7 Millionen Euro einsammeln © freepik / rawpixel.com
 

2,7 Millionen Euro – so hoch ist im Durchschnitt der Bedarf an Wagniskapital bei Tech-Startups in Deutschland, die in den kommenden zwei Jahren frisches Kapital benötigen. 6 von 10 (61 Prozent) müssen frisches Geld einsammeln, 12 Prozent sogar 5 Millionen Euro oder mehr. Ein Drittel (33 Prozent) benötigt 1 bis 5 Millionen Euro, 17 Prozent weniger als 1 Million Euro. Rund ein Viertel (24 Prozent) benötigt kein Wagniskapital, 15 Prozent können oder wollen dazu keine Angabe machen. Das sind Ergebnisse aus einer Befragung von 172 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Die große Mehrheit der Startups mit Kapitalbedarf ist zuversichtlich, die Finanzierungsrunden erfolgreich abschließen zu können. 42 Prozent halten das für sehr wahrscheinlich, 37 Prozent für eher wahrscheinlich. Nur 14 Prozent sagen, das sei aktuell eher unwahrscheinlich, 3 Prozent halten es sogar für sehr unwahrscheinlich. Zugleich stellen aber 8 von 10 (79 Prozent) der Startups fest, dass durch die konjunkturelle Entwicklung Investoren deutlich zurückhaltender geworden sind. Aktuell sagen nur noch 17 Prozent der Startups, dass es hierzulande ausreichend Venture Capital für Startups gibt, vor einem Jahr waren es noch 32 Prozent. „Wachstumsfinanzierung ist nicht mehr so einfach wie vor einigen Jahren. Davon sind Startups, die ihr Geschäft schnell hochfahren müssen und dafür auf externe Geldgeber zwingend angewiesen sind, besonders betroffen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Startups sind herausragend wichtig für das digitale Deutschland. Unser über Jahre aufgebautes Startup-Ökosystem braucht Kapital.“

45 Prozent der befragten Startups beklagen, dass sie mit ihrem Geschäftsmodell Schwierigkeiten haben, Kredite zu bekommen. Fast jedes dritte Startup (31 Prozent) überlegt, ins Ausland zu gehen, weil es in Deutschland zu wenig Kapital gibt. Fast die Hälfte (45 Prozent) hält für möglich, durch einen Börsengang frisches Kapital zu besorgen. Dabei kommt für 32 Prozent ein Gang aufs Parkett in Deutschland in Frage, 31 können sich vorstellen, an eine ausländische Börse zu gehen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 172 Tech-Startups aus Deutschland online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 7 bis KW 15 2024 statt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild für Tech-Startups in Deutschland. Die Fragestellungen lauteten „Wie schätzt ihr den Bedarf für Wagniskapital in eurem Startup in den nächsten zwei Jahren ein?“, „Für wie wahrscheinlich haltet ihr es, dass ihr dieses Kapital innerhalb der nächsten zwei Jahre in Finanzierungsrunden einsammeln werdet?“ und „Inwieweit treffen die folgenden Aussagen auf euer Startup bzw. deiner Meinung nach zu?“ Abweichungen von 100 Prozent sind rundungsbedingt.