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Technische Freiheitsgrade für Unternehmen durch IP-Kommunikation

Maßgeschneiderte und modulare Angebote
marketing-BÖRSE | 13.03.2006
Von Gunnar Sohn

Hannover – Der TK-Markt für die Unternehmenskommunikation hat sich nach Expertenmeinung in den vergangenen drei Jahren deutlich verändert. „Früher gab es sehr zentralisierte und monolithische Systeme, die von Herstellern exklusiv verkauft wurden. Das hat es schwierig gemacht, außerhalb eines festen Herstellers, neue Services zu etablieren und die TK-Anlagen-Anbieter hatten kein Interesse, ihr Geschäft zu kannibalisieren. Die Kommunikation über das Internet Protokoll (IP) hat das dramatisch verändert. Dadurch entstehen für die Firmenkunden neue Freiheitsgrade bei der Auswahl von technischen Lösungen“, erklärte Genesys-Manager Michael-Maria Bommer beim CeBIT-Roundtable des Behörden Spiegels http://www.behoerdenspiegel.de in Hannover.

Gerhard Otterbach, President Enterprise Services von Siemens, geht noch einen Schritt weiter: „Die Technik von morgen wird softwaregetrieben sein. Wir bieten heute schon unsere TK-Anlagen auf Server an. Veränderung gibt auch bei den Kundenwünschen. Unternehmen fragen nicht mehr so stark konkrete Produkte oder Technik nach, sondern Services“, sagte Otterbach.

Nextiraone-Geschäftsführer Helmut Reisinger bestätigt diese Einschätzung. „Als reines Lösungsintegrations-Unternehmen stellen wir fest, dass das Bild für die Kunden bunter geworden ist durch die Standardisierung über das Internet Protokoll. Hier können sie modulare Lösungen maßgeschneidert aufsetzen. Früher war das auch möglich. Nur waren die Lösungen fixiert auf ein System von Siemens, Cisco oder Alcatel. Durch IP fällt das weg. Und auch die Technik-Anbieter haben Innovationen für Managed Services und Betreibermodelle entwickelt, die viel mehr modulare Dienstleistungen und Port-Preis-Modelle zulassen. Je nach Auslastungsgrad des Unternehmen, kann sehr flexibel über ein Softswitch Kommunikationsleistungen einkaufen“, so Reisinger. Über zentral gemanagten und modular abrufbaren Dienste sei das leichter möglich.

In den Jahren nach dem Internet-Hype wurden extrem die Kosten optimiert. „Ein reiner Technikwechsel reicht dafür aber nicht aus. Wenn man eine alte Telefon-Anlage durch ein neues IP-System ersetzt, entsteht nicht automatisch ein positiver Business-Case. Entscheidend ist der Anwendungsbereich, wie man Sprache und Datenwelt miteinander verknüpfen kann, intelligente Prozesssteuerung bewältigt und durch die intelligente Verknüpfung von Systemen Carrier-Kosten spart. Dann erst entsteht ein maßgeschneidertes Konzept“, betonte Otterbach.

Die Entwicklungen des IP-Marktes beruhen nach Ansicht von Omar Khorshed, Vorstandsvorsitzender der acoreus AG, auf drei Innovationsmodellen: „Das Nutzenmodell, das Geschäftsmodell und das technologische Modell. Anbieter müssen besser kommunizieren, welche Innovationen für Firmenkunden wirklich nützlich sind. Die IP-Technologien haben zwar einen hohen Reifegrad erreicht, bei neuen Geschäftsmodellen, die neue Umsätze generieren, gibt es allerdings noch Nachholbedarf“, sagte Khorshed beim Fachgespräch des Behörden Spiegels.

Der TK-Markt müsse sich den Herausforderungen der kürzeren Innovationszyklen der Informationstechnik stellen, forderte Bommer. Deshalb seien die Managed Services-Modelle so wichtig, weil man schneller Innovationen für die Telekommunikation abrufen könne, ohne teure Anlageinvestitionen zu tätigen, die man in einem Zeitraum von fünf Jahren abschreiben müsse.


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