print logo

Das Potenzial der Bildsuche im Handel

Obwohl die Textsuche noch dominiert, findet die Mehrheit der Konsument*innen Bilder besser geeignet für die Onlinesuche.
Eva Stüber | 24.09.2019
Darstellung der Mittelwerte © SAP/ECC Köln, 2019
 
Bilder spielen bei der Onlinesuche eine immer wichtigere Rolle. Kein Wunder, denn Bilder emotionalisie-ren stark und erleichtern das Verständnis – und zwar deutlich besser als Texte. Während die klassische Bildersuche bereits bekannt ist, ist Visual Search – also die Onlinesuche direkt mit einem Bild – aktuell noch gering verbreitet. Klar ist aber: Die Mehrheit kann sich die Nutzung vorstellen, vor allem, wenn sie mit passenden Use Cases verbunden ist.

Die Qualitäten von Bildern sind vielfach geschätzt – doch ihr Potenzial wird bislang nur beschränkt genutzt. Ein aktueller Vergleich zwischen Bildern und Texten hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte stellt jedoch die Übermacht von Bildern deutlich heraus. So werden Bilder überwiegend besser bewer-tet als Texte – besonders im Hinblick auf die Vermittlung von Emotionen aber auch die Erleichterung des Verständnisses. Die Konsequenzen dieser Bewertungen hat ihre Folgen: Gerade in der durch Digi-talisierung immer schneller werdenden Welt sind Bilder bei der Onlinesuche auf dem Vormarsch – besonders das Potenzial bei Jüngeren als Zielgruppe der Zukunft ist hoch.

Visual Search steht in den Startlöchern


Obwohl die Textsuche noch dominiert, findet die Mehrheit der Konsument*innen Bilder besser geeig-net für die Onlinesuche. Allen voran klassische Bildersuche über Google und Co. – bietet sie doch einen einfachen Zugang. Die aktuelle Nutzung von Visual Search ist über alle Kategorien hinweg noch als verhalten einzustufen. Dabei ist der Abstand zur klassischen Bildersuche nur gering und zeigt das Potenzial der Technologie, zur nächsten Evolutionsstufe der Bildersuche zu werden. Für mehr als 50 Prozent ist Visual Search so auch eine sinnvolle Alternative. Generell ist besonders in solchen Katego-rien das Potenzial hoch, in denen optische Reize entscheidend sind und Bilder ihre emotionalisierende und vereinfachende Wirkung entfalten können. So äußern KonsumentInnen den Wunsch, bei schwer zu verbalisierenden Dingen wie Modetrends oder Wohnwelten stärker über Bilder als über Texte su-chen zu können. Ebenso wird die Bildsuche geschätzt, je konkreter und präziser Produkte beschrie-ben werden müssen – wie beispielsweise bei der Suche nach einem exakten Ersatzteil. Damit hat Vi-sual Search das Potenzial, der Textsuche ihren wichtigsten Trumpf, nämlich die genaue Produktbe-schreibung aus der Hand zu nehmen – vorausgesetzt, die Technologie liefert auch die gewünschten Suchergebnisse.

Jetzt ist die Chance, sich zu positionieren


Regelmäßige Nutzer*innen schätzen vor allem die Einfachheit und Schnelligkeit von Visual Search. Die Faszination geht aber weit über die reine Convenience hinaus und bietet zusätzliche Möglichkeiten des Ausdrucks und der Inspiration, die andere Suchoptionen nicht leisten können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mehr und mehr Konsument*innen die Mehrwerte erkennen. Um Konsument*innen bei der ersten Nutzung nicht abzuschrecken, muss sich die Technologie und die KI-basierte Lernfähigkeit schnell weiterentwickeln, um auch tatsächlich bessere Ergebnisse als die Textsuche zu liefern. Nur so können bestehende Unsicherheiten überwunden und Nutzer*innen überzeugt werden. Für Händler und Hersteller gilt es daher, möglichst schnell passende Lösungen und Systeme auf den Markt zu bringen und damit den steigenden Kundenwunsch zu bedienen. Aktuell wissen zu wenige Konsument*innen, welche Unternehmen Visual Search überhaupt anbieten. Es ist daher dringend notwendig – selbst für globale Player wie Amazon oder eBay – das eigene Angebot auch klar zu kommunizieren und das bestehende Kundenpotenzial nicht auf der Straße liegen zu lassen.