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Drei von vier Befragten fordern Informatik als Pflichtfach in Deutschland

eco Umfrage zeigt: Rund 46 Prozent der Befragten befürworten Förderung digitaler Kompetenzen bereits ab der Grundschule.
Drei von vier Befragten fordern Informatik als Pflichtfach in Deutschland © Freepik / pressfoto
 

Die Sommerferien neigen sich in vielen Bundesländern dem Ende zu. Als erstes Bundesland startet Nordrhein-Westfalen Mitte dieser Woche ins neue Schuljahr. Laut einer aktuellen repräsentativen Bevölkerungsumfrage von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. und dem Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey fordern über drei Viertel (77,2 Prozent) der Deutschen Informatik als Pflichtfach in Deutschland – zudem sollte auch der Umgang mit digitalen Medien sowie Grundbegriffe der Digitalisierung und des Datenschutzes fester Bestandteil des Curriculums werden.

Wie Kinder und Jugendliche auf die digitale Welt vorbereitet und in Informatik unterrichtet werden, ist aktuell von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden. Bisher wird Informatik nur in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend ab Klasse 5 als Pflichtfach unterrichtet. In NRW steht das Fach in den Klassen fünf und sechs verpflichtend auf dem Lehrplan, danach nur noch als Wahlfach.

Einem Großteil der Deutschen ist dies zu spät.

Rund 46 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Kinder bereits zwischen dem sechsten und zehnten Lebensjahr an die Nutzung digitaler Geräte und Dienste zum Spielen und Lernen herangeführt werden sollten. Ein Viertel der Befragten (24,6 Prozent) würde Kindern sogar schon zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr digitale Kompetenzen vermitteln.

eco Geschäftsführer Rabe: „Digitale Kompetenzen sind essenzieller Erfolgsfaktor für Digitalstandort Deutschland“

„Die Digitalisierung wird auch in den kommenden Jahrzehnten unsere Gesellschaft sowie unsere Wirtschaft entscheidend prägen und vor allem verändern. Digitale Kompetenzen führen zu Innovationsstärke und sind daher essenzielle Erfolgsfaktoren sowohl für den beruflichen Erfolg jeder und jedes Einzelnen, als auch für die digitale Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit des Digital- und Wirtschaftsstandorts Deutschland“, sagt eco Geschäftsführer Alexander Rabe. Der Zugang zu digitaler Bildung in allen Stufen des Bildungssystems und während aller Phasen des Bildungsweges sei daher eine grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung der Gesamtwirtschaft, so Rabe weiter. „Dem bereits jetzt herrschenden Fachkräftemangel, den viele unserer Mitgliedsunternehmen, aber auch Anwenderindustrien im ITK-Bereich beklagen, können wir nur entgegenwirken, indem wir Schülerinnen und Schülern möglichst frühzeitig in altersgerechter Weise für das Thema Digitalisierung begeistern und Grundlagen der Digitalisierung vermitteln.“

Umgang mit Mobbing und Hass im Netz sollte in der Schule gelehrt werden

Besonders wichtig ist für die Mehrheit der Befragten (64,2 Prozent), dass Kinder in der Schule lernen, wie sie Mobbing und Hass im Netz begegnen können. Einen sicheren Umgang mit dem Internet und erste Datenschutzkenntnisse halten 58,7 Prozent der Befragten für relevant. Auch der Zusammenhang zwischen den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sei ein relevantes Thema, das bereits in der Schule behandelt werden müsse. Rund ein Drittel der Befragten spricht sich dafür aus, dass dieser Zusammenhang vermehrt in den Fokus des Lehrplans gestellt wird.

Digitale Bildung als politische Aufgabe

Insbesondere während der Lockdowns infolge der Covid-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass das deutsche Bildungssystem in Sachen Digitalisierung schlecht aufgestellt ist. Das seit der Regierungsbildung im April 2022 von eco gemeinsam mit Civey erhobene digitalpolitische Meinungsbarometer zeigt, dass das Thema digitale Bildung auch aktuell für viele Deutschen weit oben auf die politische Agenda der Bundesregierung gehört. Aktuell halten rund 29 Prozent der Befragten digitale Bildung für eins der drängendsten politischen Themen, mit dem sich die Bundesregierung befassen muss.

In NRW sind die Werte deutschlandweit am höchsten: Hier denken sogar 31,4 Prozent der Befragten, dass die digitale Bildung im Land verbessert werden muss.