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Mobile Life: Die Zukunft der Mobilkommunikation in Deutschland

Mobilkommunikation wird soziale Dienste im Internet beflügeln. Flächendeckend sind leistungsfähige Breitband-Mobilfunknetze gefragt.
Kantar | 31.05.2011
Dem Mobiltelefon gehört die Zukunft unter den elektronischen Geräten � so das Ergebnis einer weltweiten Nutzerbefragung des Marktforschungsunternehmens TNS. Auch in Deutschland gehört das Handy deutlich vor Laptops, Kameras und MP3-Playern zu den meistgenutzten mobilen elektronischen Geräten. Bereits heute gibt es in Deutschland mit 107,2 Millionen Mobiltelefonen mehr Handys als Einwohner (81,8 Millionen)*. Das weltweit größte Custom Research Marktforschungsunternehmen TNS legt mit Mobile Life die bislang umfangreichste Studie zu Nutzern mobiler Endgeräte weltweit vor und gibt damit valide Einblicke in die Zukunft der Mobilkommunikation. Bereits zum sechsten Mal durchgeführt, wurden in diesem Jahr über 34.000 Mobilfunknutzer und -nichtnutzer in 43 Ländern nach ihrer Nutzung bzw. zukünftigen Nutzung von mobilen Angeboten und Services befragt.



Ein wachsender Teil der Deutschen besitzt bereits heute ein sogenanntes Smartphone. Immer mehr Verbraucher wünschen sich ein derartiges Mobiltelefon, das sich durch Computerfunktionalität und -konnektivität auszeichnet: Bei ihrem nächsten Mobiltelefon möchten 49 Prozent der Mobiltelefonierer einen sogenannten Touchscreen haben, für 21 Prozent ist ein schneller Internetzugang unerlässlich. Überall seine Emails senden und empfangen zu können, ist 15 Prozent der Handynutzer beim Kauf eines neuen Mobiltelefons wichtig, 13 Prozent wollen jederzeit Navigationsdienste nutzen können. Aber nicht nur die neuen Features moderner Mobiltelefone sind ein wichtiger Treiber bei der Produktauswahl, auch viele altbekannte Funktionen sind weiterhin ganz oben auf der Liste: SMS schreiben, Musik hören und Fotos machen gehören auch zukünftig zu den wichtigsten Anwendungen � für viele Befragte sind sie beim Kauf eines neuen Handys unerlässlich.



Beraten lässt sich bei der Wahl eines neuen Handys die Hälfte der Mobilfunknutzer noch immer von Freunden und Bekannten. 47 Prozent der Käufer nutzen zudem Informationen anderer Nutzer aus Internet-Verbraucherforen. Ebenfalls mit 47 Prozent auf Platz zwei sind auch Erfahrungen mit dem vorherigen Mobiltelefon. Eine wichtige Entscheidungsgrundlage sind somit die Vor- und Nachteile im Umgang mit früheren Geräten � hier können Hersteller wichtige Pluspunkte sammeln. Handyhersteller sollten zudem die Chance nutzen, sich über ihre eigene Website vorteilhaft darzustellen � schließlich geben 36 Prozent der Nutzer an, sich über diese Quelle zu informieren. Aber auch die Darstellung ihrer Produkte auf Websites ihrer Vertriebspartner, also den Netzwerkprovidern (30 Prozent) oder Telekommunikationshändlern (23 Prozent) ist für potentielle Käufer sehr wichtig.



Im internationalen Vergleich haben vergleichsweise viele Deutsche ihr derzeit genutztes Handy im Internet gekauft (29 Prozent). Fast ebenso viele haben jedoch ihre letzte Kaufentscheidung für ein Handy im Laden ihres Netzanbieters getroffen (27 Prozent). Erst wenige kauften bisher ihr mobiles Endgerät im Elektrohandel (12 Prozent) oder in einem Handyshop (zehn Prozent). Spannend ist der Blick auf die heute 16- bis 21-jährigen Mobiltelefonierer. Im Vergleich zu anderen Altersgruppen haben sie ihr letztes Handy häufiger im Internet (34 Prozent) oder im Elektrohandel (19 Prozent) gekauft. Hingegen erwarben sie deutlich seltener ihr Mobiltelefon in Geschäften von Netzanbietern (14 Prozent).



Die Preisvorstellungen der Deutschen beim Kauf eines Mobiltelefons liegen zurzeit noch leicht unter den in anderen entwickelten Märkten. Die Deutschen haben für ihr derzeitiges Mobiltelefon im Durchschnitt 125 Euro bezahlt. Sie wären jedoch bereit, für ihr nächstes Handy deutlich mehr auszugeben: 161 Euro. �Hier zeigt sich, dass viele Deutsche die vielfältigen neuen Möglichkeiten der mobilen Kommunikation nutzen möchten � dass ein dafür geeignetes Gerät etwas mehr kosten wird, scheint von vielen Verbrauchern bereits akzeptiert zu sein.“ so Robert A. Wieland, Geschäftsführer der TNS Infratest GmbH und Sector Head TNS Technology & Media. Interessanterweise sind die 16- bis 21-Jährigen bereit, etwas mehr Geld für ihr nächstes Handy auszugeben als andere Altersgruppen, bei ihnen liegt die Zahlungsbereitschaft 52 Euro höher: Sie wären somit durchschnittlich bereit, für ihr nächstes Mobiltelefon 213 Euro auszugeben. In dieser Gruppe dürfte der Wunsch nach einem Smartphone am größten sein.



Die Verfügbarkeit breitbandigen mobilen Internets in Kombination mit einer immer höheren Verbreitung von Smartphones hat die Nutzung sozialer Netzwerke beflügelt. International besuchen 2011 bereits 45 Prozent der mobilen Internetnutzer soziale Netzwerkseiten mit ihrem Handy. Auch wenn Deutschland noch deutlich hinterherhinkt � 13 Prozent der Deutschen surften im Jahr 2010 mobil in ihren sozialen Netzwerken, 2011 sind es 20 Prozent � auch hier ist ein deutlicher Zuwachs erkennbar. Bereits 21 Prozent dieser mobilen Netzwerker in Deutschland laden auch mobil Fotos oder Videos hoch, weitere 28 Prozent wünschen sich, dies bald tun zu können. Robert A. Wieland erklärt dazu: �Für mobile Uploads von Fotos und Videos sind flächendeckende leistungsfähige Breitband-Mobilfunknetze nötig. Das mobile Internet macht das Mobiltelefon für seine Nutzer immer unverzichtbarer und wird die Mobilfunkwelt in den nächsten Jahren deutlich verändern.“



Mobil im sozialen Netzwerk unterwegs sein ist Teil eines größeren Trends. Während die mobilen Internetnutzer in den letzten Jahren vornehmlich an Informationen interessiert waren, ist hier nun eine deutliche Verschiebung in Richtung Unterhaltung zu beobachten. 2010 haben 39 Prozent der mobilen Internetnutzer angegeben, Nachrichtenseiten zu besuchen, in diesem Jahr sind es nur noch 30 Prozent. Zugenommen hat hingegen der Anteil der Nutzer, die angeben, Shoppingseiten (Zuwachs von 20 Prozent auf 31 Prozent) oder Unterhaltungsseiten (Zuwachs von sieben auf 18 Prozent) mobil zu besuchen.



*Quelle: Statistisches Bundesamt 2009, Bundesnetzagentur 2009