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Social-Media-Shopping wird bis 2025 weltweit auf 1,2 Billionen Dollar anwachsen

Accenture-Studie zeigt: Mit einem Anteil von 62 Prozent treiben dieses Wachstum vor allem die Generationen Y und Z voran.
Accenture GmbH | 13.01.2022
Anteil der Gen Z am Social-Commerce-Markt wird von 17% im Jahr 2021 auf 29% im Jahr 2025 steigen © Accenture GmbH
 

Bis 2025 wird die globale Social-Commerce-Branche mit einem Volumen von 492 Milliarden US-Dollar dreimal so schnell wie der traditionelle E-Commerce auf 1,2 Billionen US-Dollar anwachsen. Vor allem die Generationen Y und Z treiben dieses Wachstum voran und werden in diesem Zeitraum voraussichtlich einen Anteil von 62 Prozent an den weltweiten Social-Commerce-Ausgaben tätigen.   
 
In der Studie "Why Shopping’s Set for a Social Revolution" befasst sich Accenture mit dem Marktpotenzial von Social Commerce. Der Begriff "Social Commerce" umfasst das gesamte Einkaufserlebnis einer Person, von der Produktentdeckung bis hin zur finalen Kaufabwicklung, das auf einer Social-Media-Plattform stattfindet. Knapp zwei Drittel (64 %) der befragten Social-Media-Nutzer gaben an, im letzten Jahr einen Social-Commerce-Kauf getätigt zu haben, was nach Einschätzung von Accenture fast zwei Milliarden Social-Commerce-Konsumenten weltweit entspricht.  
 
Dass soziale Plattformen als Einstiegspunkt für Online-Aktivitäten dienen und Nutzer dort Nachrichten, Unterhaltungs- und Kommunikationsangebote konsumieren, hat nicht zuletzt die Pandemie erneut gezeigt. Der kontinuierliche Anstieg der Zeit, die sie in sozialen Medien verbringen, unterstreicht den Stellenwert von Online-Plattformen im Alltag. Das beeinflusst auch das Kaufverhalten der Menschen. Plattformen und Marken eröffnet dies neue Einnahmequellen und Möglichkeiten Nutzererlebnisse zu gestalten.

Kleinere Marken und Einzelunternehmen können von dieser Entwicklung profitieren.
54 Prozent der befragten Social Media-Nutzer äußerten, dass sie kleinere und mittlere Unternehmen beim Einkauf über Social-Commerce-Seiten unterstützen möchten. Gleichzeitig geben 64 Prozent bzw. 57 Prozent der Befragten an, dass sie beim Kauf über Social-Commerce-Plattformen eher etwas für sich und vom gleichen Verkäufer oder Influencer wieder kaufen würden. Das bestätigt die Wichtigkeit bzw. das Potenzial der richtigen Positionierung auf Social-Commerce-Plattformen.
 
„Social Commerce kann kleineren Marken und Einzelunternehmer die kreative Kundenansprache erleichtern und fordert zugleich von großen Marken, traditionelle Strategien im E-Commerce zu überdenken“, so David Holtmann, Managing Director bei Accenture für den Bereich Konsumgüter und Services. „Der richtige Umgang mit Social Commerce setzt voraus, dass Hersteller, Verkäufer und Marken ihre Produkte und Dienstleistungen dorthin bringen, wo die Verbraucher sind und sein werden. Es entsteht ein dynamisches Ökosystem, in dem Plattformen, Marktplätze, soziale Medien und Influencer zusammen spielen. Daten und Expertise sollten dabei gemeinsam genutzt werden. Nur so lassen sich die richtigen Anreize für Kunden setzen und gelingt es, die beste Kundenerfahrung auf einem integrierten digitalen Marktplatz zu bieten.“

Trotz des Aufwärtstrends im Social Commerce ist die Hälfte der befragten Social-Media-Nutzer besorgt, dass Käufe nicht ausreichend geschützt oder bei Bedarf rückerstattet werden. Fehlendes Vertrauen wird damit zum größten Hindernis für den neuen Absatzkanal, ähnlich wie es zu Beginn des E-Commerce der Fall war.
 
„Einer der Hauptgründe für die bisherige Zurückhaltung im Bereich Social Commerce ist das mangelnde Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Anbieter. Aktive Social-Commerce-Nutzer weisen auf unzureichende Richtlinien für Rücksendungen, Erstattungen oder Umtausch hin und sehen hier noch Verbesserungsbedarf“, so Holtmann. „Mangelndes Vertrauen ist ein Problem, das nur langsam überwunden werden kann. Anbieter, die sich auf diese Bedenken der Verbraucher konzentrieren, haben jedoch eine bessere Ausgangsposition, um Marktanteile zu gewinnen.“

Wer kauft was?

Accenture geht davon aus, dass bis 2025 die meisten Social-Commerce-Einkäufe weltweit in den Bereichen Kleidung (18 %), Unterhaltungselektronik (13 %) und Heimtextilien (7 %) zu erwarten sind. In China zählen frische Lebensmittel und Snacks mit einem Anteil von 13 Prozent ebenfalls zu den großen Produktkategorien. Der Bereich Kosmetik und Körperpflege ist zwar in Bezug auf den Gesamtumsatz im Social Commerce geringer, wird aber gegenüber dem klassischen E-Commerce schnell an Boden gewinnen. Es ist davon auszugehen, dass diese Kategorie bis 2025 durchschnittlich über 40 Prozent der digitalen Ausgaben in den wichtigsten Märkten ausmachen wird. 
 
Weitere Kernergebnisse der Studie:
 

  • Verbraucher in China, Indien und Brasilien nutzen Social Commerce häufiger. Acht von zehn Social-Media-Nutzer in China greifen auf Social Commerce zurück, um Einkäufe in einer bestimmten Kategorie zu tätigen. In Großbritannien und den USA hat die Mehrheit der Social-Media-Nutzer noch nie einen Einkauf über Social Commerce getätigt.
  • Kunden in China, Indien und Brasilien legen mehr Wert auf Funktionen, die ihnen helfen, potenzielle Käufe zu entdecken und zu bewerten. In Großbritannien und den USA hingegen sind Preise und Rabatte wichtiger.
  • Vertrauen ist für ältere Generationen wichtiger als für jüngere Menschen. Ältere Käufer legen Wert auf Sicherheitsfunktionen und schätzen die Vertrautheit mit der Marke. Jüngere Generationen fühlen sich von Livestreams angezogen und vertrauen mehr auf Käuferbewertungen.